Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 29.06.2019


Bezirk Imst

Reitanlage in Oetz kommt nicht, Verkehrskonzept schon

Die Oetzer Gemeinderäte sprechen sich gegen ein Reitstallprojekt am Beerweg aus, da Folgewirkungen befürchtet werden.

In Habichen sollen neue Ferienwohnungen (siehe Plan von Architekt Severin Hamberger) entstehen.

© DornIn Habichen sollen neue Ferienwohnungen (siehe Plan von Architekt Severin Hamberger) entstehen.



Von Agnes Dorn

Oetz – Drei Jahre lang suchten Sigurd Kleon und Bürgermeis­ter Hansjörg Falkner nach einem geeigneten Standort für einen Pferdestall. Am Beerweg glaubte man fündig geworden zu sein, worauf Kleon mehrere Parzellen erwarb. Nachdem die Causa bereits in der vorherigen Gemeinderatssitzung angesprochen wurde, wurde dem Projekt nun in der jüngsten Sitzung eine Abfuhr erteilt – einstimmig. Dafür wurde Kleon aber die Zusage gemacht, wenn er für seine Zucht in Schrofen Unterstützung von Seiten der Gemeinde bräuchte, dass man ihm diese auch gewährt. Der Hauptgrund für die Ablehnung durch die Mandatare war wohl dem zu erwartenden Mehraufkommen an Verkehr geschuldet. Zum anderen wollte man am Beerweg nicht in Zukunft weiteren Betrieben die Tür öffnen und verhinderte so im Vorhinein mögliche Ansiedlungswünsche als Folgewirkung dieses Projekts.

Im Bereich Habichen wurde ein Grundstück von gemischtem Wohngebiet zu Tourismusgebiet mit beschränkter Wohnnutzung umgewidmet, um sicherzustellen, dass außer den dort geplanten Ferienwohnungen nur Betriebswohnungen errichtet werden können.

Die Projektgruppe „Familienfreundliche Gemeinde“ hat zusammen mit den Gemeinden Sautens und Haiming einen Maßnahmenkatalog erstellt, von dem zumindest Teile nun gemeinde­intern bzw. kommunenübergreifend umgesetzt werden sollen. „Wir werden eine der ersten familienfreundlichen Regionen Österreichs“, betont der Sprecher der Projektgruppe Michael Amprosi. Nach einer online durchgeführten Bürgerbefragung und einer Bürgerversammlung wurde in einer eigens gegründeten Arbeitsgruppe ein Maßnahmenkatalog erstellt, von dem mindestens drei Punkte baldigst umgesetzt werden sollten. Wünsche bezüglich der Verkehrsentlastung wurden dabei gleich mehrfach genannt. Der Vorschlag der Gruppe, ein Konzept für die umfangreiche Verkehrssicherheit der Kindergartenkinder zu erarbeiten, wurde dann auch als Projekt mit „höchster Priorität“ von BM Hansjörg Falkner eingestuft und beschlossen. Derzeit wird außerdem ein Gutachten für die 30er-Zone im Ortsgebiet erstellt. Ein eigens für die Schüler eingerichtetes Taxi wird laut Dorfchef leider nicht von allen genutzt, obwohl die Gemeinde die Hälfte der Kosten übernimmt. Dringend bräuchte es außerdem einen Schülerlotsen, dessen Aufgabe teilweise von der Polizei übernommen wurde.




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