Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 03.07.2019


Bezirk Landeck

Fehlende Transparenz bei Venetbahn kritisiert



Zwischen dem 1. Mai 2018 und dem 9. Mai 2019 hat die Stadt Landeck Zahlungen in Höhe von 617.790 Euro an die Venet Bergbahnen AG geleistet. Es sind als Bürge und Zahler übernommene Darlehensverpflichtungen, Abgangsabdeckungen und Investitionsbeiträge — das Seilbahnunternehmen, das sich mehrheitlich im Besitz von Landeck und Zams befindet, braucht jährliche Unterstützungen. Ein Forderungsverzicht auf diese Summe, der jedes Jahr beschlossen wird, sorgte für eine Debatte im Gemeinderat.

„Fehlende Transparenz“, kritisierte SPÖ-Mandatar Marco Lettenbichler. „Es wäre sinnvoll, dass eine Informationsveranstaltung vor Beschlussfassung stattfindet, damit die Gemeinderäte wissen, worüber sie abstimmen.“ Er erinnerte daran, dass SPÖ, FPÖ und Grüne das neue Investitionspaket, von dem bereits Teile geflossen sind, im vergangenen Jahr abgelehnt hatten. „Ich bin nicht gegen den Venet, aber gegen die Vorgangsweise des Aufsichtsrats“, argumentierte auch FPÖ-Stadtrat Roland König. Die Zahlen seien erneut nicht schriftlich ausgehändigt worden.“

Auch Grünen-Gemeinderat Ahmet Demir forderte eine Vorbereitungsmöglichkeit ein. „Das hat nichts mit etwas Neuem zu tun“, konterte Vizebürgermeister und Venetbahn-Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Hittler. „Es ist ein Forderungsverzicht für bereits getätigte Investitionen“, erklärte er. Ein Businessplan habe zuletzt aufgelegen. „Die Umwandlung sei nötig, um die Eigenkapitalsquote der Bergbahnen auf einem Level zu halten“, betont auch der Obmann des Finanzausschusses, Herbert Mayer. Mit 12:7 wurde der Beschluss gefasst. SPÖ, Grüne und FPÖ stimmten dagegen. (mr)




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