Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 04.07.2019


Bezirk Kufstein

Volksschule Breitenbach bleibt im Dorfzentrum

Die neue Breitenbacher Volksschule wird anstelle des alten Gebäudes an das Gemeindeamt angebaut.

© HaunDie neue Breitenbacher Volksschule wird anstelle des alten Gebäudes an das Gemeindeamt angebaut.



Vor zwei Jahren war im Breitenbacher Gemeinderat der Grundsatzbeschluss gefallen, die neue Volksschule beim Standort der Neuen Mittelschule und des Kindergartens zu errichten. Bei der jüngsten Sitzung wurde die Entscheidung wieder einstimmig aufgehoben.

Da eine Sanierung des desolaten Schulgebäudes aus dem Jahr 1951 laut einer Studie ausgeschlossen scheint, soll es abgerissen werden. Der rund elf Meter hohe Neubau würde im ersten Obergeschoß direkt an das Gemeindeamt anschließen. „Mit der Fassade muss sich der Planer aber etwas einfallen lassen, denn so eine Kiste mit drei Geschoßen wäre fürs Ortsbild nicht schön", betonte Bürgermeister LA Alois Margreiter. „Es bleibt kein Stein auf dem anderen, aber die Funktion der Brücke, die über den Bach zum Turnsaal führt, soll erhalten bleiben", erklärte Architekt Thomas Klima. Die Kosten werden auf 7,5 Millionen Euro geschätzt. „Ein so wichtiges Zukunftsprojekt für unsere Gemeinde darf nicht am Geld scheitern", unterstrich der Bürgermeister. „Wir wollen die Schule jetzt einfach, weil wir sie brauchen!", meinte auch Vizebürgermeisterin Martina Lichtmannegger.

„Wenn wir die Volksschule mit knapp 160 Schülern zur Neuen Mittelschule und zum Kindergarten verlegen, kommen wir mit dem Verkehr dort gar nicht mehr zurecht", sprach sich Verkehrsausschuss-Obmann Josef Auer klar für den alten Standort aus. Auch Argumente wie die Entvölkerung des Ortskerns sowie die unklare Nachnutzung des alten Gebäudes und die Anbindung an das Breitenbacher Naherholungsgebiet Badl wurden bezüglich des Standortwechsels laut.

„Meine Vision wäre es immer gewesen, in Breitenbach einen großen Schulcampus zu schaffen, bei dem die Räume gemeinsam genutzt würden", erklärte der scheidende NMS-Direktor Günter Schroll und bedauerte, dass die Architekten auf seine Vorschläge nicht eingingen. „Bitte vergesst aber die Neue Mittelschule nicht", fuhr Schroll fort, der auf Sanierungsbedarf verweis. Während der Bauzeit sollen Schüler in einem geleasten Containerdorf und der NMS untergebracht werden. (fh)