Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 07.07.2019


Tirol

Wenn die Dosierampel auf die Grenzkontrolle trifft

Um den Verkehr im Zaum zu halten, wurden die Fahrverbote auf Landes- und Gemeindestraßen am Samstag erstmals auf die Bezirke Kufstein und Reutte ausgeweitet.

In Niederndorf standen die Pkw in beide Fahrtrichtungen.

© OtterIn Niederndorf standen die Pkw in beide Fahrtrichtungen.



Von Eva-Maria Fankhauser und Wolfgang Otter

Kufstein, Reutte, Innsbruck – Die Ampeln standen parat, genauso wie die Schilder für die Fahrverbote. Die Orte rund um Kufstein waren bereit für das erste Dosierwochenende. Nur was bis auf einige Ausnahmen nicht floss, war der Verkehr. Die Feuerprobe für die neuen Verkehrsleitmaßnahmen kommt wohl erst. Nämlich dann, wenn die großen deutschen Bundesländer Ferienbeginn haben.

So kann man die Maßnahmen dieses Wochenende als Probegalopp verstehen. Einer, der für ein deutsches Ehepaar auf der L211 nach Langkampfen zum jähen Stopp führte. Sie hatten das Fahrverbot übersehen. Die Polizisten schickten sie retour. Nur Ziel-, Quell- und Anrainerverkehr war erlaubt.

Ortswechsel nach Ebbs: Ab der Ortseinfahrt steht eine Dosierampel. Nur alle 78 Sekunden schaltete sie auf Grün. Davor stehen in erster Linie Autos mit KU-Kennzeichen. „Ich bin für die Verkehrsmaßnahmen, aber heute sind eigentlich nur Einheimische betroffen. Sinnvoll ist das nicht“, meint ein genervter Ebbser und zeigt auf die leere Straße hinter der Ampel.

Anders die Situation einige Kilometer weiter in Niederndorf: Nichts geht mehr, heißt es trotz Dosierampel aus Richtung Walchsee kommend. Grund ist die bayerische Grenzkontrolle. Zugleich steht der Verkehr aus Bayern kommend auf der Walchseestraße vor einer Dosierampel in Niederndorf. Das Resümee von Astrid Mair, stellvertretende Bezirkspolizeikommandantin in Kufstein: „Das vermutete große Stauaufkommen ist ausgeblieben. Es war relativ ruhig im Bezirk. In Niederndorf gab es mal einen Rückstau, aber das ist normal bei einer Dosierampel.“

Im Außerfern blieb es bis 9 Uhr ruhig. „Danach nahm der Verkehr stark zu“, so Bezirkspolizeikommandant Egon Lorenz. Die Kontrollen beim Fahrverbot Reutte Nord ergaben, dass nur etwa jeder achte bis zehnte Lenker berechtigterweise dort unterwegs war. „Es waren sehr viele, die das Fahrverbot missachtet haben“, sagt er. Daher kam es zu einem beträchtlichen Rückstau.

Etwa 50 Minuten länger dauerte es auf der Fernpasstraße in Richtung Süden. Das Wichtigste für den Polizeichef: „Reutte wurde mit den Fahrverboten staufrei gehalten. Das heißt das Ziel wurde zu 100 Prozent erreicht.“

An der Mautstelle Schönberg verzeichnete die Autobahnpolizei kaum Stau. Es sei ein ruhiger Tag gewesen, auch auf den Ausweichrouten.

Das Fahrverbot auf der L211 wurde von der Polizei genau kontrolliert.
Das Fahrverbot auf der L211 wurde von der Polizei genau kontrolliert.
- Otter