Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 12.07.2019


Osttirol

Neuer Lienzer Bahnhof: Spatenstich für ein Millionenprojekt

Der Bahnhof Lienz neu ist jetzt auch offiziell in Fahrt gekommen. Bis Dezember 2021 soll das Projekt mit spezieller Bedachtnahme auf die Radgäste fertig sein. Die B100 wird nun doch erst nächstes Jahr verlegt.

Bürgermeisterin Elisabeth Blanik (l.), LHStv. Ingrid Felipe und ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä beim offiziellen Spatenstich.

© OblasserBürgermeisterin Elisabeth Blanik (l.), LHStv. Ingrid Felipe und ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä beim offiziellen Spatenstich.



Von Catharina Oblasser

Lienz – Seit gestern ist es amtlich: Der Bau des neuen Mobilitätszentrums am Bahnhof Lienz wurde mit einer Spatenstichfeier eingeleitet. Dabei nahmen Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe, die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik und der ÖBB-Vorstandsvorsitzende Andreas Matthä die Schaufeln in die Hand. Im Dezember 2021 soll alles fertig sein, die Kosten von 29 Millionen Euro tragen ÖBB, Land Tirol und Gemeinde Lienz.

Die Vorarbeiten laufen schon länger, eine Brücke über die Drau ist bereits im Bau. Sie soll Ende August fertig sein und dient als Zufahrt zum Bahnhofsgelände vom Süden aus. Bis dahin ist das nur vom Norden über die vielbefahrene B100 möglich. Über die neue Brücke wird eine Park-&-Ride-Anlage bzw. eine Bike-&-Ride-Anlage mit etwa 300 Stellplätzen für Autos und Fahrräder erreichbar sein. Auf der Nordseite des neuen Bahnhofs entstehen weitere 120 Abstellplätze für Fahrräder und 20 Plätze für Mopeds.

Nach der gestrigen Auftaktfeier beginnen nun die Hauptarbeiten: Unter den Gleisen entsteht eine breite Unterführung für Radfahrer und Fußgänger, die das südliche Umland künftig direkt an die Lienzer Innenstadt anbindet. Damit auch Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen problemlos vorankommen, werden Lifte eingebaut. Die gibt es bis jetzt noch nicht.

Eine Besonderheit zeichnet das neue Mobilitätszentrum aus: Es wird einen eigenen Bahnsteig nur für den Radlerverkehr geben. Hauptsächlich betrifft das Gäste aus Italien, die während der Sommersaison über den äußerst beliebten Drauradweg von Innichen aus nach Lienz radeln. An Spitzentagen sind das bis zu 5000 Personen. Die Symbiose „Bahn–Rad“ sei ein relevanter Wirtschaftsfaktor für Osttirol, meint LHStv. Felipe.

In Lienz warten spezielle Doppelstock-Waggons der ÖBB auf die Biker, um sie mitsamt den Leihrädern zurück nach Innichen zu bringen – der Trubel am Bahnhof ist besonders zu „Ferragosto“ entsprechend groß. Mit dem neuen Bahnsteig, der vom Süden aus angefahren wird, soll es geordneter zugehen und auf dem Bahnhofsvorplatz im Norden ruhiger werden.

Laut Vorstandsdirektor Matthä zählen die ÖBB in Osttirol rund eine Million Zugfahrgäste pro Jahr. Mit den Investitionen in das Mobilitätszentrum wolle man noch mehr Osttirolerinnen und Osttiroler von der umweltfreundlichen Bahn überzeugen. Auch Bürgermeisterin Blanik plädiert dafür, öfter auf die Schiene umzusteigen.

Der nächste Schritt hätte im Herbst die Verlegung der B100 auf den Bahnhofsvorplatz sein sollen, um unter der Bahnhofskreuzung bauen zu können. Dies wird aber auf nächstes Jahr verschoben.