Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 13.07.2019


Bezirk Kitzbühel

3,4 Mio. Quadratmeter Bauland im Bezirk Kitzbühel ungenützt

In den Gemeinden im Bezirk sind viele Baugründe gewidmet, aber nur wenige kommen auf den Markt. Die Liste Fritz will das ändern.

Nicht nur in Kitzbühel gibt es viele gewidmete, nicht bebaute Grundstücke.

© Harald AngererNicht nur in Kitzbühel gibt es viele gewidmete, nicht bebaute Grundstücke.



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Grund und Boden ist in Tirol knapp und im Bezirk Kitzbühel noch dazu besonders teuer. Hier möchte die Liste Fritz nun Bewegung in den Markt bringen. Die Änderungen im neuen Tiroler Raumordnungsgesetz (TROG) seien ein erster Schritt, wie LA Markus Sint gestern bei einer Pressekonferenz in Kitzbühel betonte, aber es brauche nun Schritt Nummer zwei.

So ist im neuen TROG vorgesehen, dass Gemeinden ein Mindestmaß an Vorbehaltsflächen für den geförderten Wohnbau vorschreiben. „Doch wie viel dieses Mindestmaß ist, wird nicht festgeschrieben. Wir wollen aber, dass hier zehn Prozent der jeweiligen Baulandreserve der Gemeinde vorgeschrieben werden“, sagt Sint.

Konkrete Zahlen zu den Baulandreserven seien vom Land nicht zu bekommen gewesen, deshalb habe die Liste Fritz die Daten selbst erhoben. Mittels Tiroler Rauminformationssystem, kurz Tiris genannt. „Nun liegen uns klare Daten vor“, erklärt Sint. So gäbe es im Bezirk Kitzbühel 3,4 Mio. m2 gewidmetes, nicht bebautes Bauland. Spitzenreiter ist die Stadt Kitzbühel mit 459.000 m2, gefolgt von St. Johann mit 314.000 m2 und Going mit 306.000 m2. Mit ihrer Forderung will die Liste Fritz den Gemeinden dabei helfen, diese Baulandreserven zu mobilisieren. Betroffen wären Grundstücke, die größer als 1500 m2 sind. Und auch nur, wenn alle Gemeindegrundstücke, jene des Bodenfonds und der gemeinnützigen Wohnbauträger im Ort mit einberechnet werden. Erst dann würde die Vorschreibung auf private Grundstücke angewandt.

„Ja, das ist ein Eingriff in das Eigentum, aber es ist keine Enteignung“, betont Sint. Die so gewonnenen Flächen müssten zu einem günstigen Preis verkauft werden. „Das wird ja jetzt schon gemacht, aber nur bei Neuwidmungen. Hier schreiben wir den Grundbesitzern auch vor, dass sie die Hälfte zu einem günstigen Preis verkaufen müssen“, erklärt Sint. Es wäre also ein Gleichstellung neu gewidmeter Flächen mit bereits gewidmeten. Sint ist überzeugt, dass damit Bewegung in die Baulandmobilisierung kommt.