Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 17.07.2019


Landespolitik

Bahnhofstraße neues Licht abgedreht

Die Entscheidung für eine neue, fast 100.000 Euro teure Beleuchtung für die Wörgler Bahnhofstraße wurde vom Gemeinderat vertagt. Derzeit feilt man nämlich an einer Fußgängerzone für die Innenstadt.

So soll nach dem Lichtkonzept der Firma MK Illumination der Platz vor dem Sun-Tower aussehen.

© MK IlluminationSo soll nach dem Lichtkonzept der Firma MK Illumination der Platz vor dem Sun-Tower aussehen.



Von Wolfgang Otter

Wörgl – Der Auftrag an das Stadtmarketing war klar: Man solle „Leben in die Bahnhofstraße“ bringen, auch außerhalb der Geschäftszeiten. Als ein wesentlicher Teil davon sollte das Zentrum im neuen Licht effektvoll erstrahlen. Dazu wurde vom Stadtmarketing die Firma MK Illumination mit einem Lichtkonzept beauftragt. Die bekannte Firma hatte dazu auch fantasievolle Ideen, in die der Wörgler Schmetterling, der das städtische PR-Logo ziert, als eine 3,70 Meter hohe Figur am Park vor dem Sun-Tower mit eingebunden war. Auch die Bäume in der Bahnhofstraße sollen im Licht erstrahlen und auf dem Platz vor dem Polylog eine fast drei Meter hohe Kuh (als Anspielung auf das Bauernhaus vis-a-vis) thronen. Die Lichteffekte wären auch im Sommer einsetzbar. Das Ganze soll knapp 100.000 Euro kosten, darunter 26.500 Euro Montagekosten.

Vorerst wird der Bahnhofstraße aber kein (neues) Licht aufgehen. Auch wenn das Konzept bei „der Erstpräsentation große Zustimmung bei Vertretern der Fraktionen erhalten hat“, wie im Antrag nachzulesen ist.

Davon war dann im Gemeinderat aber nicht mehr viel zu merken. GR Michael Riedhart (Junge Wörgler, JWL) sah kein schlüssiges Konzept. „Für mich schaut das aus, als hätte man vergessen, die Weihnachtsbeleuchtung abzuhängen.“ Auch Vize-BM Mario Wiechenthaler (FWL), der grundsätzlich dafür war, meinte: „Die Kuh brauche ich nicht.“ „Sie wird nicht das Licht des Anstoßes sein, sie ist nicht primär“, meinte daraufhin BM Hedi Wechner

Grün-GR Christine Mey brachte es schließlich auf den Punkt: Für sie sei der Zeitpunkt noch viel zu früh, da man gerade dabei sei, in Arbeitskreisen über die Zukunft der Bahnhofstraße zu diskutieren. Zuerst „sollte man das Wohnzimmer umstellen und dann erst die Designerlampen aussuchen“. Für Grün-GR Richard Götz wiederum fehle das Geld „für solche Luxusinvestitionen“, da man auf der anderen Seite Kürzungen beschließe und ein Sparpaket umsetzen will.

Schließlich unterbrach BM Hedi Wechner sogar die Sitzung. Zuletzt wurde der Punkt den Ausschüssen zugewiesen, „weil es noch viele Fragen gibt“, wie Wechner sagte.

Aber auch das Thema Bahnhofstraße und die künftige Gestaltung wurde kurz gestreift. Wer aufmerksam zuhörte, wusste, dass die Reise Richtung Fußgängerzone geht. Wo sie beginnen und wo sie aufhören soll, scheint noch offen. Das bestätigte auch BM Wechner. Es werden noch die Ergebnisse der Arbeitskreise ausgewertet, antwortete sie auf eine betreffende Frage von Richard Götz. Der wollte auch wissen, wann der angekündigte Bürgerbeteiligungsprozess beginne. „Das hat er schon, es sind immer wieder Bürger zu den Sitzungen eingeladen“, sagte BM Wechner. Und auf die Frage von Götz, ob da jeder teilnehmen könne, meinte sie: „Es gibt eine Bringschuld und eine Holschuld.“