Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 18.07.2019


Exklusiv

Das Land hält den Ball beim FC Wacker ziemlich flach

Auf der Wacker-Homepage wurde das Land wegen Förderkürzungen indirekt für die Sperre der Westtribüne verantwortlich gemacht. Das wurde zwar korrigiert, aber der Puls von Sportreferent Josef Geisler klopft nach einem Gespräch mit Obmann Stocker und Wacker-Manager Hörtnagl noch gehörig nach.

Die Mienen sagen alles: Josef Geisler, Gerhard Stocker und Alfred Hörtnagl (v. l.) spielen derzeit nicht in einer Mannschaft.

© Foto TT / Rudy De MoorDie Mienen sagen alles: Josef Geisler, Gerhard Stocker und Alfred Hörtnagl (v. l.) spielen derzeit nicht in einer Mannschaft.



Innsbruck – Sportreferent und Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (ÖVP) hat es letzte Woche endgültig gereicht. Um den langjährigen Politiker in diesen Gemütszustand zu versetzen, braucht es schon viel. Doch offenbar haben es die Verantwortlichen des Innsbrucker Fußballvereins Wacker Innsbruck geschafft. Dabei geht es natürlich wieder einmal ums liebe Geld. Besonders hat Geisler allerdings gestört, dass der Klub das Land auf der vereinseigenen Wacker-Homepage wegen Förderkürzungen indirekt für die Sperre der Westtribüne verantwortlich machen wollte. Das wurde mittlerweile zwar korrigiert, aber Geislers Puls klopft nach einem Gespräch mit Obmann Gerhard Stocker und Wacker-Manager Alfred Hörtnagl am vergangenen Freitag noch gehörig nach.

„Die Innsbrucker Olympiaworld sponsert weiter den Verein mit 300.000 Euro, dadurch werden die Kosten für das Tivolistadion refundiert. Dass wir nach dem Abstieg Wackers aus der Bundesliga und dem Aufstieg von Wattens die Subventionen zurückfahren, muss jedoch für alle nachvollziehbar sein“, betont Geisler. Von 490.000 Euro reduziert das Land die Förderungen auf 320.000 Euro. Geisler: „Wir haben Wacker immer bestmöglich und nach Maßgabe unserer Möglichkeiten unterstützt. Auch mit der speziellen Nachwuchsförderung.“

Freitag unternahmen Stocker und Hörtnagl einen weiteren Versuch, um mit einer zusätzlichen Unterstützung des Landes das Budget von drei auf die angestrebten vier Millionen zu erhöhen. Dabei soll es durchaus kontroversiell und emotional geworden sein, schließlich war Josef Geisler nicht gerade gut auf die Wacker-Führung zu sprechen. Mehr Geld wird es vom Land jedenfalls nicht geben, Geisler erinnert Wacker an das überschaubare Budget für die zweite Mannschaft, „die im Vorjahr trotzdem gute Leistungen in der Ersten Liga erbracht hat. Auf den Nachwuchs zu setzen, ist mittelfristig der richtige Weg.“

Wacker-Obmann Gerhard Stocker relativiert die Spannungen mit dem Land. „Wir sind selbstverständlich froh über jeden Cent der öffentlichen Hand.“ Gleichzeitig ist er optimistisch, dass Wacker in den nächsten Wochen die zusätzliche Million auftreiben könne, damit es nicht zu den angekündigten Kündigungen kommen müsse.

Andererseits, und das hat Gerhard Stocker im Gespräch mit dem Land offenbar ebenfalls klar angedeutet, sei er ohne ein Budget in Höhe von vier Millionen Euro nicht mehr in der Lage, im November erneut als Obmann von Wacker Innsbruck zur Verfügung zu stehen. (pn)