Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 18.07.2019


Bezirk Landeck

Baustellenstraße in Prutz geöffnet: Hoffnung auf weitere Entlastung

Die Tiwag-Baustellenstraße in Prutz wurde vor wenigen Tagen für den allgemeinen Verkehr geöffnet. Das lässt in der Gemeinde die Hoffnung auf eine Umfahrung für den Schwerverkehr wachsen.

Die Baustraße wurden für den allgemeinen Verkehr freigegeben. Während der Sperren war sie eine Notlösung für den Schwerverkehr.

© ReichleDie Baustraße wurden für den allgemeinen Verkehr freigegeben. Während der Sperren war sie eine Notlösung für den Schwerverkehr.



Von Matthias Reichle

Prutz – Er war eine Notlösung während der Bauarbeiten der Prutzer Begegnungszone – eine, die sich allerdings bewährt haben dürfte. Während der mehrmonatigen Sperre des Dorfzentrums in der Obergrichter Gemeinde rollte der gesamte Schwerverkehr über eine Baustraße der Tiwag um den Ort herum.

Aus der temporären Umfahrung wird nun ein ständiger Verkehrsweg. Man kehrt nämlich nicht mehr zum Status quo zurück, wie Bürgermeister Heinz Kofler erklärt. Das allgemeine Fahrverbot, das dort bisher galt, wurde auf Antrag von der Behörde aufgehoben. „Die Straße ist so ausgebaut, dass wir sie für den Verkehr freigeben können“, betont der Dorfchef.

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- Reichle

Ursprünglich war die Baustellenstraße zwischen dem Tiwag-Krafthaus und der Fendler Landesstraße errichtet worden, um den Tiwag-Schwerverkehr, der während des Baus des neuen Druck­stollens beim Kaunertal-Kraftwerk sowie des GKI anfallen sollte, aufzunehmen. Man wollte damit den Ortskern entlasten.

Die Straße befindet sich inzwischen im Gemeindebesitz. Solange die Arbeiten der Tiwag aber im vollen Gang waren, wollte man nicht am Fahrverbot rütteln, so Kofler. Das wäre zu gefährlich gewesen. Zuletzt habe sich allerdings gezeigt, dass es gut funktioniert.

Die Gemeinde hat hierauf einen Antrag bei der zuständigen Verkehrsbehörde an der Bezirkshauptmannschaft Landeck gestellt – und dieses auch mit einem Verkehrsgutachten untermauert. „Wir haben festgestellt, dass das ganz gut funktioniert hat“, erklärt auch der Leiter der Verkehrsabteilung, Siggi Geiger. Hintergrund sei der Wunsch der Gemeinde nach einer weiteren Entlastung des Ortskerns. Er kann sich gut vorstellen, dass der Schwerverkehr, der aus Richtung Pfunds kommt und ins Kaunertal und nach Fendels will, künftig freiwillig diese Umfahrung nutzt. Auch weil dieser Weg kürzer ist.

Hoffnung, dass sie mehr als eine weitere Wahlmöglichkeit für den Schwerverkehr werden könnte, machte den Prutzern LHStv. Ingrid Felipe am Sonntag. Man werde wieder die richtigen Leute an den Tisch holen und versuchen, den Prutzern dieses Stück Lebensqualität zurückzugeben, hatte sie diplomatisch angedeutet.

Bereits vor mehreren Jahren hatte die Gemeinde Prutz versucht, ein allgemeines Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen im Dorfzentrum zu verordnen, um sie auf die Umfahrungsstraße zu zwingen. Damit war sie bei der Behörde abgeblitzt. Dass künftig der gesamte Schwerverkehr über diese Umfahrung fährt, glaubt Geiger nicht: „Ich kann mir das nicht vorstellen. Der Wunsch ist natürlich da“, weiß er. Trotzdem habe die Straße nicht die Dimension einer Landesstraße. Allein die Begegnungszone sollte für mehr Ruhe im Ort sorgen, wenn die Lkw nicht mehr wie bisher vor den schlafenden Polizisten abbremsen, um gleich dahinter zu beschleunigen. Alles sollte jetzt ruhiger laufen.

Bürgermeister Heinz Kofler wollte vorerst nicht viel sagen, außer: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Die Begegnungszone hingegen – von manchen wegen ihrer Farbe „Golden Road“ genannt, funktioniere super. Die Disziplin bei den Autofahrern sei groß.

Die am Sonntag in Betrieb genommene Begegnungszone in Prutz funktioniert laut Bürgermeister Kofler „super“.
Die am Sonntag in Betrieb genommene Begegnungszone in Prutz funktioniert laut Bürgermeister Kofler „super“.
- Reichle



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