Letztes Update am Mo, 29.07.2019 15:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mail-Affäre

NEOS übergaben Mail an Polizei: Dornauer will sich nicht mehr äußern

Das vom Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer veröffentliche Mail, bei dem es um Spenden an die ÖVP gehen soll, liegt bereits seit Freitag bei der Polizei. Es war mehreren Parteien übermittelt worden. Der Tiroler SPÖ-Chef will sich indes nicht mehr äußern und sieht nun auch den Gang zur Staatsanwaltschaft für sinnlos an.

Der Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer.

© Foto TT / Rudy De MoorDer Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer.



Innsbruck – Die Polizei hat bereits seit Freitag Kenntnis vom umstrittenen Mail über dubiose Spenden an die ÖVP im Zusammenhang mit dem EU-Wahlkampf von Barbara Thaler. SPÖ-Chef Georg Dornauer hat es bekanntlich ungeprüft am Donnerstag via Twitter veröffentlicht.

Nicht nur er und FPÖ-Chef Markus Abwerzger haben das abfotografierte Mail erhalten, sondern auch die NEOS. Das bestätigt Landessprecher Dominik Oberhofer gegenüber der TT.

Man habe Donnerstagabend beraten, wie man damit umgehe, und sich entschlossen es am Freitag der Polizei zu übergeben. „Das ist der richtige Umgang mit solchen anonymen Schreiben“, betont Oberhofer. Auch er gehe davon aus, dass es gefälscht sei, „doch es sollte vielleicht auch der Versuch unternommen werden, den Urheber dafür ausfindig zu machen“.

Die Tiroler ÖVP geht indes nach dem öffentlich gemachten E-Mail mit angeblich illegalen Spenden von Unternehmen weiter auf Distanz zu SPÖ-Chef Georg Dornauer. Klubobmann Jakob Wolf will mit Dornauer auf Landtagsklub-Ebene vorerst nicht mehr zusammenarbeiten. Mehr dazu: https://go.tt.com/2LLsttS .

Dornauer selbst erklärte am Montag per Aussendung, er werde zu dem Thema keine weitere Stellungnahme abgeben. „Eine Weiterleitung an die Korruptionsstaatsanwaltschaft ist meinerseits nicht mehr notwendig, weil bereits NEOS Tirol laut Medienberichten Anzeige bei der Polizei erstattet haben. Offensichtlich nehmen auch andere politische Parteien das Schreiben so ernst, dass es den Behörden übermittelt, und Aufklärung gefordert wird“, so Dornauer. Einmal mehr verweist Dornauer darauf, dass er nur Fragen gestellt und Aufklärung gefordert habe.

Die Polizei konnte den Eingang der Mail, das die NEOS weitergeleitet haben wollen, jedoch vorerst nicht bestätigen. Noch sei nichts eingelangt, hieß es Montagnachmittag.

Bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck befasste man sich vorerst mit der von der Tiroler ÖVP eingebrachten Sachverhaltsdarstellung gegen einen unbekannten Täter. „Zeitnah“ werde entschieden, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird oder nicht – oder ob der Akt an die Korruptionsstaatsanwaltschaft weitergeleitet wird, sagte Sprecher Thomas Willam. (pn, APA)