Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 31.07.2019


Innsbruck-Land

Weiter Kritik an Entsorgung von Plastikmüll in Völs

Symbolbild.

© iStockphotoSymbolbild.



Anhaltende Probleme bei der Rücksammlung von Kunststoffverpackungen in Völs ortet GR Franz Köfel (Franz Köfel & Team). 24 Jahre lang habe das ortsansässige Unternehmen Haberl als Subunternehmer der Firma Höpperger aus Rietz — diese ist ihrerseits Regionalpartner der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) — die Entsorgung „problemlos durchgeführt", erklärt Köfel. „Die Wertstoffcontainer wurden aus den Müllhäuschen geholt, entleert und zurückgestellt." Seit Jänner 2018, als die Firma Höpperger die Entsorgung selbst übernahm, sei er als Gemeinderat jedoch „immer wieder" mit Beschwerden konfrontiert, so Köfel, der sich in der Sache sogar an Umweltministerin Maria Patek gewandt hat.

Die Container werden nun nicht mehr aus den Müllhäuschen geholt, sondern müssen an der Grundstücksgrenze bereitgestellt werden. Dies habe dazu geführt, dass Container teils „tagelang auf den Straßen stehen", sagt Köfel. Und speziell bei Wind und überfüllten Behältern würde der Plastikmüll „in der Gegend herumfliegen", etwa in der Friedensstraße (wo Köfel selbst wohnt) oder der Moosbachstraße.

Köfel fordert eine Wiedereinführung der Abholung aus den Müllhäuschen. Schließlich zahle man beim Kauf von Leichtverpackungen als Kunde die Entsorgung schon mit. „Die ARA müsste den Regionalpartnern halt mehr zahlen, dann wäre auch wieder erweitertes Service möglich."

Für GF Thomas Höpperger sind Köfels Vorwürfe in keinster Weise nachvollziehbar. „Wir erfüllen den Leistungsumfang genau so, wie er von der ARA beauftragt ist." Dass die Bereitstellung an der Grundstücksgrenze erfolgt, sei in ganz Tirol, ja österreichweit so üblich. Und auch die ARA habe nach Recherchen gegenüber dem Ministerium bestätigt, dass in 18 Monaten in Völs keine gravierenden Mängel aufgetreten seien. „Wenn es Probleme gab, lag das an den Hausverwaltungen, die die Behälter nicht herausgestellt oder abgeholt haben", erklärt Höpperger weiter. Und sollte der Fehler wirklich einmal bei der Entsorgungsfirma gelegen haben, könne man jedenfalls eine Leerung binnen fünf Werktagen garantieren.

Frühere Zusatzleistungen — also die Abholung aus den Müllhäuschen — dürften wohl Teil einer zusätzlich abgegoltenen Vereinbarung zwischen dem Subpartner und der Gemeinde gewesen sein, vermutet Höpperger.

BM Erich Ruetz (VP) kann über Köfels Kritik nur noch den Kopf schütteln. Ihm seien aktuell keine Beschwerden bekannt. Und sollte es doch zu Problemen kommen, nehme die Abfallberaterin der Gemeinde mit der Firma Höpperger Kontakt auf bzw. ersuche man die Firma um besondere Sorgfalt. „Zusätzlich haben wir rund um die Uhr geöffnete Sammelinseln und den Recyc­linghof", ergänzt Ruetz. Von „Müllnotstand" könne in Völs also nicht im Entferntesten die Rede sein.

Auch GR Köfel gesteht auf TT-Nachfrage zu, dass es „momentan besser klappt" — er bleibt aber bei seiner grundsätzlichen Kritik. (md)