Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 03.08.2019


Bezirk Schwaz

Kinder-Reha in Wiesing: Kritik an Landesräten

In einem Brief an LH Günther Platter äußert Transitforum-Obmann Fritz Gurgiser harte Vorwürfe an LR Tilg und Tratter.

Geplanter Standort Kinder-Reha Wiesing.

© DählingGeplanter Standort Kinder-Reha Wiesing.



Von Angela Dähling

Wiesing – Es ist still geworden um die geplante Kinder-Reha in Wiesing. Zu still, wie Fritz Gurgiser vom Transitforum und Xund’s Leben im alpinen Raum findet. „38 Wiesinger Bürger haben am 25. März eine Stellungnahme zum nunmehrigen Standort eingebracht bei der Gemeinde sowie bei den Landesabteilungen Raumordnung und Raumordnungsrecht. Bis heute gibt es kein Wort und keine Zeile als Antwort“, sagt er. Und er schrieb es am Donnerstag auch zusammen mit zahlreichen weiteren Vorwürfen und Fragen dem Landeshauptmann Günther Platter.

„Wer keine Parteistellung hat, soll offenbar wegschauen und still sein“, meint Gurgiser. Auch der jetzige Standort sei für eine Reha für Kinder und Jugendliche zu laut, betont der Vomper mit Verweis auf die Landesstraße und den Gesteinsabbruch Tiergarten. „Die Abteilung ESA im Land schlägt eine fensterlose Fassade im südwestlichen Bereich der Reha vor“, weiß Gurgiser, der das als Bestätigung der hohen Lärmbelastung wertet.

Dem Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg wirft er vor, sich „stur und beharrlich“ zu weigern, von seinen politischen Möglichkeiten Gebrauch zu machen und den Standort penibel aus ärztlicher Sicht von der Landessanitätsdirektion oder Fachärzten untersuchen zu lassen. Und Raumordnungslandesrat Johannes Tratter weigere sich, so Gurgiser, den Empfehlungen seiner Abteilung nachzukommen und ein umweltmedizinisches Gutachten für den Standort einzuholen. „Die Gesundheit der Kinder muss im Mittelpunkt stehen. Das Inntal ist für so eine Reha einfach ungeeignet“, meint er. Gurgiser fragt daher in seinem Schreiben den LH auch, was an angeblichen mündlichen Abmachungen bezüglich des Standortes Wiesing dran sei.

Seitens des Landes verwies Alexander Maier vom Büro von LR Tilg gestern darauf, dass es insgesamt eine gesundheitspolitische Errungenschaft für das Land Tirol sei, eine stationäre Kinder- und Jugend-Reha-Einrichtung nach Westösterreich zu bekommen. Das formale Vergabeverfahren sei durch den Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger erfolgt. Für das Land Tirol sei es wesentlich, dass die wichtige Einrichtung der stationären Kinder- und Jugendrehabilitation zeitnah in Tirol umgesetzt werden könne. Gurgisers ­Schreiben werde von der zuständigen Fachabteilung derzeit geprüft. Eine Stellungnahme dazu werde nächste Woche erfolgen.