Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 06.08.2019


Bezirk Kitzbühel

Verunreinigtes Trinkwasser in St. Ulrich: Lastalbach drückte Quellfassung ein

Seit einer Woche hat die Gemeinde St. Ulrich kein sauberes Trinkwasser mehr. Bürgermeisterin Brigitte Lackner lud am Sonntagabend zu einer öffentlichen Versammlung. Die Sanierung ist aufwändig und teuer.

Christoph Foidl (Wasserausschuss), Bauamtsleiter Markus Zwischenbrugger, Amtsleiter Christoph Wörgötter, Bürgermeisterin Brigitte Lackner und Wasserreferent Simon Danzl informierten am Sonntagabend die Bevölkerung.

© WörgötterChristoph Foidl (Wasserausschuss), Bauamtsleiter Markus Zwischenbrugger, Amtsleiter Christoph Wörgötter, Bürgermeisterin Brigitte Lackner und Wasserreferent Simon Danzl informierten am Sonntagabend die Bevölkerung.



Von Michael Mader

St. Ulrich a. P. – Heftige Unwetter in der Nacht auf vergangenen Montag haben auch in der Gemeinde St. Ulrich ihre Spuren hinterlassen, die Auswirkungen sind für die Bürger immer noch spürbar. Seit dieser Zeit muss nämlich das Trinkwasser vorsichtshalber abgekocht werden.

Besorgte Anrufer bei der TT beklagten in diesem Zusammenhang bereits in der Vorwoche die mangelnde Kommunikation seitens der Gemeinde. Trotz einer Flugzettelverteilung durch Bauhofmitarbeiter und Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr St. Ulrich am Pillersee war diese Aufklärung aber offensichtlich notwendig: Bürgermeisterin Brigitte Lackner lud am Sonntagabend zu einer Bürgerinformation und zwischen 180 und 200 Gemeindebürger kamen ins Kultur- und Sportzentrum, um sich über den neuesten Stand der Dinge zu erkundigen.

„Bei der Begehung am 29. Juli wurde festgestellt, dass der Lastalbach den Bereich um die Brunnstube Stollenquelle weggespült hat. Es handelt sich in etwa um eine Fläche von 20 mal 80 Metern“, berichtet Lackner. Die Hauptleitung, die normalerweise dreieinhalb Meter in der Tiefe liegt, sei freigespült worden. Laut Lackner habe man noch Glück im Unglück gehabt: „Es hätte nur einen Felsbrocken gebraucht und die Leitung wäre ab gewesen. Allerdings haben sich rund 4000 Kubikmeter Geröll und Sand angesammelt.“

Noch am Montagnachmittag sei mit Aufräum- und Vorarbeiten begonnen worden. Der Wasserzulauf von der Bach- und Bachquerquelle sei vergangene Woche intakt gewesen, jedoch befanden sich noch Schwebeteile in der Bachquelle. Aus diesem Grund wurde von der Gemeinde auch empfohlen, das Leitungswasser zum Trinken mindestens drei Minuten lang abzukochen. Der Wasserzulauf von der Stollenquelle jedoch sei ausgeleitet worden.

In der Zwischenzeit wurde laut Lackner versucht, den Bach mittels Dämmen wieder in sein ursprüngliches Bett zurückzuführen, die Ableitungen zu sichern und die Leitungen zur schadhaften Brunnstube freizulegen sowie die Hauptleitung mit Steinschlichtungen zu befestigen.

Mittlerweile seien auch Sicherungsmaßnahmen der bestehenden Zufahrt geplant worden und ein Planungsbüro mit der Überarbeitung der gesamten bestehenden Quellfassung beauftragt worden. Mit einbezogen sind auch die Wildbach- und Lawinenverbauung und das Baubezirks­amt. „Alles in allem sehr aufwändige und kostenintensive Arbeiten“, erklärt Lackner.

Entwarnung konnte trotz mehrerer Probenentnahmen aber bis gestern Montagnachmittag nicht gegeben werden, weil der Gemeinde das Analyseergebnis der Wasseruntersuchung noch nicht vorlag. Die aktuellen Entwicklungen zum Trinkwasser sollen auf der Gemeindehomepage unter www.st.ulrich.tirol.gv.at veröffentlicht werden.

- Gemeinde St. Ulrich