Letztes Update am Di, 06.08.2019 06:52

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Leitlinien des Landes auf dem Weg zur Integration

Mit dem nun vorliegenden überarbeiteten Integrationsleitbild will das Land sich und die Bevölkerung auf den gesellschaftlichen Wandel und Herausforderungen einstellen.

Simon Burtscher-Mathis, Integrationslandesrätin Gabriele Fischer und Ines Bürgler, Vorständin der Abteilung Gesellschaft und Arbeit (v.li.) mit der Kurzversion des Leitbilds zum Zusammenleben in Tirol.

© Land TirolSimon Burtscher-Mathis, Integrationslandesrätin Gabriele Fischer und Ines Bürgler, Vorständin der Abteilung Gesellschaft und Arbeit (v.li.) mit der Kurzversion des Leitbilds zum Zusammenleben in Tirol.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Integration ist keine Einbahnstraße. Ein Stehsatz. Und doch verbirgt sich dahinter mitunter auch ein Schlüssel zum Erfolg, wie Einheimische und „Zuagroaste“ im Land im Sinne eines Gemeinwohls miteinander leben und auskommen können. Denn trotz der omnipräsenten Nachwirkungen der großen Flüchtlingswelle 2015 – Integration umfasse weit größere Zuwanderungsgruppen als lediglich jene der Flüchtlinge. Darauf wies bei der gestrigen Vorstellung des Integrationsleitbildes Autor Simon Burtscher-Mathis ausdrücklich hin. Wenngleich: Die Erfahrungen und Entwicklungen aus diesem Jahr seien sehr wohl in die partizipative Leitbilderstellung (Ist-Stand-Analyse; Online-Befragungen von Haupt- und Ehrenamtlichen; Einzelinterviews) eingeflossen.

War das erste Integrationsleitbild des Landes im Jahre 2006 noch stark auf die Zugewanderten selbst und deren Möglichkeiten, sich hier eine neue Heimat aufzubauen, ausgerichtet, schwenkt der Fokus des neuen Leitbildes nun auf die Mitnahme der gesamten Bevölkerung in diesen Prozess. Immerhin, so legte Integrationslandesrätin Gabriele Fischer (Grüne) offen, würden derzeit in Summe 182 verschiedene Nationalitäten in Tirol leben. „Über 90 Prozent der Länder weltweit sind vertreten – ich würde mir wünschen, dass wir auch noch die restlichen Nationen hier begrüßen dürfen.“ Das wären dann elf zusätzliche.

Der gesellschaftliche Wandel und dessen Herausforderungen der vergangenen Jahre soll sich nun in diesem Integrationsleitbild widerspiegeln. Soziale Ungleichheiten, Verlust der Gemeinschaftsorientierung und Pluralisierung würden die Bevölkerung stark beschäftigen. Das Motto und Ziel des neuen Integrationsleitbildes lautet deshalb: „Gemeinwohl und Zugehörigkeit stärken.“ Hierzu wurden unterschiedliche Leitlinien verfasst. So sollen u. a. gemeinsame Werte und Normen erkannt und akzeptiert werden. Das Leitbild sei aber nur so gut, wie es auch mit Leben erfüllt werden könne, hieß es gestern. Deshalb müsse es jetzt in Gemeinden, Schulen und Vereine hinausgetragen werden.