Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.08.2019


Kramsach

Empfindlich teurer: 1,1 Mio. € mehr für Sanierung der Chemie-HTL

Wieder müssen Kosten für ein öffentliches Bauvorhaben in Tirol hinaufgeschraubt werden. Die Umbauarbeiten für die HTL in Kramsach kosten 7 Mio. Euro.

Die Sanierung des Speisesaals und des Internatsgebäudes der HTL in Kramsach werden empfindlich teurer – für Land und Bund.

© ZwicknaglDie Sanierung des Speisesaals und des Internatsgebäudes der HTL in Kramsach werden empfindlich teurer – für Land und Bund.



Von Peter Nindler

Innsbruck, Kramsach – Der für den Hochbau des Landes zuständige Landesrat Hannes Tratter (ÖVP) ist alles andere als erfreut. Schließlich halten die Kostenvoranschläge für ein öffentliches Vorhaben wider einmal nicht. Es geht um den Neubau des Internatsgebäudes sowie die Sanierung von Küche/Speisesaal für die Höhere Technische Lehranstalt für Chemie und Glas in Kramsach. Das Projekt wird von Bund und Land gefördert. Ursprünglich wurden dafür Aufwendungen von 5,9 Millionen Euro veranschlagt. Dazu wurde noch eine Kostentoleranz von zehn Prozent gewährt. Doch die 6,45 Millionen Euro reichten nicht aus, mittlerweile mussten die Gesamtprojektkosten auf sieben Millionen Euro hinaufgeschraubt werden. Außerdem wurde die Sanierung des Internats abgespeckt.

Der Speisesaal wird um 800.000 Euro teurer und kostet 2,3 Mio. Euro. Beim Internat sind 900.000 Euro zusätzlich zu berappen, schlussendlich muss der Bund dafür 4,7 Millionen Euro aufwenden. Die Auswirkungen betreffen sowohl Land als auch Bund. Denn mit den Baukosten erhöhen sich die vereinbarten Investitionszuschüsse. Land und Bund müssen deshalb 800.000 bzw. 900.000 Euro mehr zahlen.

Begründet werden die Mehrkosten für Küche/Speisesaal u. a. mit einer Indexsteigerung um 125.000 Euro sowie mit unvorhersehbaren Aufwendungen von 175.000 Euro. Darin enthalten sind etwa höhere Brandschutzkosten oder statistische Neuerungen. Allein 350.000 Euro sind allerdings auf die Baukonjunktur zurückzuführen. „Die restlichen 350.000 Euro begründen sich durch die extreme Auslastung der Firmen und der daraus resultierenden Kostensteigerung. Zur Schadensminimierung hat man auf die Ausschreibungsergebnisse des vorjährigen Internatsneubaues zurückgegriffen“, heißt es in dem Beschluss der Tiroler Landesregierung. Weil sich eine Entspannung der Hochphase am Bau nicht abzeichne, könne durch eine zeitliche Verschiebung der Arbeiten für den Speisesaal die Kostensteigerung nicht abgewendet werden, wird noch hinzugefügt. Eigentlich war die Sanierung bereits im Vorjahr vorgesehen, musste aber durch den Finanzierungsengpass ohnehin schon einmal verschoben werden.