Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 17.08.2019


Bezirk Reutte

Gurgiser tobt wegen Baggersee in Forchach

Der Forchacher Baggersee muss der Lechrenaturierung weichen.

© SchweißgutDer Forchacher Baggersee muss der Lechrenaturierung weichen.



In Forchach werden die den Baggersee schützenden Buhnen (Steinwälle quer zum Fluss) am Lech mit größter Sorgfalt, aber doch herausgenommen. Dies hat LHStv. Ingrid Felipe bekannt gegeben. Damit dürfte eine Bürgerinitiative (BI) in Weißenbach, die sich zum Ziel gesetzt hatte, den See trotz abgeschlossener Verfahren zu erhalten, unterliegen. Die BI argumentierte, dass die Biodiversität am Baggersee außerordentlich groß sei und viele geschützte Arten dort leben würden, Felipe wiederum, dass das EU-Life-Projekt zur Renaturierung des Lechs ein höherrangiges Ziel sei.

Fritz Gurgiser, der gerne auf seinen Konrad-Lorenz-Staatspreis für Natur- und Umweltschutz verweist, lässt kein gutes Haar an der grünen Landesrätin. „Sie hat also nun entschieden, den Baggersee willkürlich und aus unserer Sicht unnotwendig, mutwillig, dauerhaft und nachhaltig zu zerstören — gerade so, als ob der Lech genau auf diese Renaturierung angewiesen wäre und sich nicht selbst helfen könnte." Er fragt sich, warum Steuergelder in diese Region fließen, um derartige von der Natur übernommene kleine Naturjuwele zu zerstören. „Auch ,wenn der Stöpsel nicht gleich gezogen wird', wie Felipe sagt, was reinster Zynismus ist." Und nun solle ein Fachgespräch mit der Bürgerinitiative stattfinden, obwohl alles entschieden sei.

Felipe entgegnet Gurgiser: „Ich finde es notwendig und absolut geboten, dass wir seitens der Landesverwaltung Fragen und Bedenken der engagierten Bürger und Bürgerinnen ernst nehmen und in einem direkten Austausch erörtern." Damit entspreche man auch dem Wunsch der Bürgerinitiative. Felipe ist „absolut überzeugt, dass unsere Experten und Expertinnen den Sachverhalt und die Gründe für die geplante Vorgangsweise gut darlegen können und auch die Sorge, dass durch die Rücknahme von harter Verbauung bedrohte Arten ihren Lebensraum verlieren könnten, fachlich widerlegen können." Poltern sei nach ihrer Erfahrung dazu weniger dienlich. Weitere Schritte würden erst nach dem Gespräch erfolgen. (hm)