Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 28.08.2019


Landespolitik

Würfel in Basistunnelgesellschaft gefallen, Lösung zeichnet sich ab

Martin Gradnitzer könnte neuer Vorstand der BBT SE werden.

© ÖBB/KapfererMartin Gradnitzer könnte neuer Vorstand der BBT SE werden.



Nach den Turbulenzen in der österreichisch-italienischen Brennerbasistunnelgesellschaft BBT SE zeichnet sich zumindest in Österreich eine Lösung ab. Bekanntlich hat der italienische Tunnel-Vorstand Raffaele Zurlo seit Jahren aus Bozen quergeschossen und damit die Vorstandsebene quasi lahmgelegt. Es gab nicht einmal mehr gemeinsame Vorstandsprotokolle, die Zusammenarbeit zwischen ihm und seinem österreichischen Kollegen Konrad Bergmeister war kaum noch möglich. Bergmeister gilt allerdings über die BBT SE hinaus als anerkannter Fachmann und exzellenter Manager.

Doch die italienischen Staatsbahnen (RFI) bemühten sich in den vergangenen Jahren vergeblich um eine Ablöse Zurlos. Deshalb soll es jetzt zu einem Neustart mit zwei neuen Vorständen kommen. Darauf haben sich jetzt endgültig RFI-Generaldirektor Maurizio Gentile und ÖBB-Eigentümervertreter Franz Bauer geeinigt.

Auf österreichischer Seite will man für die Aufsichtsratssitzung der BBT SE am 14. September bereits einen interimistischen Nachfolger für Konrad Bergmeister vorschlagen. Dem Vernehmen nach könnte es sich um Martin Gradnitzer von der ÖBB ­Infrastruktur handeln. Gradnitzer ist Techniker und vor allem in die Trassierung des Brenner-Nordzulaufs involviert. Als einer der Projektkoordinatoren treibt er den zweiten Abschnitt der Unterinntalbahn von Radfeld bis zur bayerischen Grenze voran.

Wie es mit Raffaele Zurlo weitergeht, ist noch nicht klar. Er wurde von der RFI zur BBT SE abgestellt, er dürfte innerhalb der Staatsbahnen eine neue Funktion erhalten, heißt es. (pn)