Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 30.08.2019


Bezirk Imst

Der Ötztaler „Beirat Zukunft“ stellt seine Tätigkeit vorerst ein

Was sehr hoffnungsvoll als Diskussionsplattform für eine gedeihliche Entwicklung im vorderen Ötztal begann, endete beinahe am Anfang.

Die Feldringer Böden (Bild) konnten vor Liften und Pisten geschützt werden, doch der große Wurf einer nachhaltigen, ökologischen und ökonomischen Entwicklung der Region war ein zu großes Ziel.

© EstermannDie Feldringer Böden (Bild) konnten vor Liften und Pisten geschützt werden, doch der große Wurf einer nachhaltigen, ökologischen und ökonomischen Entwicklung der Region war ein zu großes Ziel.



Von Thomas Parth

Kühtai – Nachdem die Betreiber den Plan zum Zusammenschluss von Kühtai-Hochoetz über die Feldringer Seite zurückzogen, wurde der „Beirat Zukunft“ ins Leben gerufen, die TT berichtete. Nun, fünf Sitzungen und zahlreiche Referate später, legen die Beteiligten diese Form der Bürgerbeteiligung auf Eis.

Auf breiter Basis über ein­e Skigebietsverbindung zu diskutieren, sei in Tirol einmali­g, lassen die Befürworter der Liftehe verlauten. „Wir betrachten die Erfahrungen und Anregungen, die wir aus diesem Forum mitnehmen durften, als wertvoll und wichtig“, beteuert etwa der Oetzer Bürgermeister, Hansjörg Falkner.

Alle an einer gemeinsamen Lösung orientierten Seiten lobten das konstruktive Gesprächsklima, doch letztlich konnten sich Gegner und Befürworter einer Liftschaukel auf keinen gemeinsamen Nenner einigen. Von einem Scheitern will Falkner jedoch nicht sprechen: „Wir sind nun allerdings an einem Punkt angelangt, an dem eine Neuorientierung Sinn macht.“

„Ich wüsste nicht, worüber wir beim nächsten Mal sprechen sollten“, kommentiert BM Josef Leitner aus Haiming das vorläufige Beirats-Ende. Keiner der anwesenden Diskussionsteilnehmer würde sich weiteren Sitzungen verschließen, konkrete Ideen vorausgesetzt. Bedauert wurde, dass „der große Wurf“ bislang nicht gelungen ist. Es habe während dieses Prozesses etliche Ideen gegeben, die man „in zukünftige Konzepte zur Entwicklung unserer Skigebiete integrieren“ könne, glaubt Falkner.

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Am Ende habe man jedoch erkennen müssen, dass eine Lift-Variante durch das Nedertal, neben der bestehenden Straße nach Kühtai am Stausee vorbei, nicht machbar ist. „Es gibt hier mehrere Lawinenstriche, die permanent verbaut werden müssten“, bestätigt Thomas Maier als technischer Sachverständiger. Und diese „Tal-Variante“ war die bislang einzige, die auf eine Zustimmung der Bürgerinitiative rund um Gerd Estermann hoffen durfte. „Vielleicht kommt es so, dass man in zehn Jahren froh ist, dass man die Skigebiete nicht zusammengeschlossen hat, und sagt: Gott sei Dank haben wir es nicht getan“, resümiert Gerd Estermann.

Die Touristiker und Bergbahn-Vertreter betonten, die Gesprächsbereitschaft aufrechterhalten und künftigen Generationen eine ökologische und ökonomisch tragfähige Lebensgrundlage hinterlassen zu wollen.