Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 30.08.2019


Landespolitik

Das einzige Objekt ist die Burg

In Zusammenarbeit mit der Landesgedächtnisstiftung und der Kulturabteilung des Landes renoviert die Eigentümerfamilie Loacker ihre Burg Heinfels. Der Museumsverein nimmt im Frühjahr den Betrieb auf.

Die Gastronomie- und Hotelbereiche sind fertig gedeckt, die Fassaden beinahe fertig gestellt.

© Christoph BlassnigDie Gastronomie- und Hotelbereiche sind fertig gedeckt, die Fassaden beinahe fertig gestellt.



Von Christoph Blassnig

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Heinfels – Die Burg Heinfels ist immer noch eine Baustelle, doch es hat sich seit dem letzten Jahr viel getan. Derzeit sind an die 25 Personen mit diversen Arbeiten beschäftigt. Einzelne Räume erhalten bereits einen massiven Lärchenboden über der Fußbodenheizung, andere Teile des jahrhundertealten Wehrbaus werden neu gedeckt. Im Innenhof ist ein Team von Archäologen mit Grabungen beschäftigt. Von der Kirche am Südhang des Burghügels wird nach altem Vorbild eine überdachte Holzstiege hinauf zur Burgmauer errichtet, die im Winterhalbjahr sicheren Zugang gewährleisten soll. Die Metallbauer installieren Plattformen und Stiegenaufgänge, über die die Besucher im nächsten Jahr geführt werden.

„Wir nehmen den Museumsbetrieb Anfang des nächsten Jahres auf“, kündigt Peter Leiter, Sprecher des Museumsvereines, an. Leiter ist selbst beinahe täglich auf der Ruine unterwegs und staunt über die Fortschritte, die Tag für Tag sichtbar werden. Inzwischen sind die meisten Wege benutzbar. An jedem Sonntag von 14 bis 18 Uhr lässt sich bereits jetzt die Baustelle besichtigen.

Vom Burgtor unten rechts gelangt man in das neu errichtete Besucherzentrum.
Vom Burgtor unten rechts gelangt man in das neu errichtete Besucherzentrum.
- Christoph Blassnig

„Wir haben auch künftig nur ein Objekt in der Ausstellung“, erklärt der Vereinssprecher. „Und das ist die Burg selbst.“ Es wird kein Heimatmuseum geben mit alten Möbeln oder Werkzeugen. „Wer uns besucht, taucht aus unserer Zeit in die Vorgeschichte, die hier überall sicht- und spürbar ist“, sagt Leiter. Vom Burgtor führt der Weg zum neu gebauten Besucherzentrum, in dem massiver Fels der modernen Architektur mit Glas und Holz eine Unvergänglichkeit gegenüberstellt. Über einen Gang gelangt man in den Südost-Turm, die erste Station der späteren Museumsbesucher. „Wir bieten den Gästen ausschließlich Führungen an“, erläutert Leiter das Konzept, das die Museumsleiterin Monika Reindl-Sint derzeit ausarbeitet. Von hier führt eine lange Treppe nach oben. Mit jeder dieser Stufen erobert sich der Besucher 100 Jahre der Vergangenheit, ausgehend vom Jahr 2000 vor Christus. In den ersten Räumen wird gezeigt, wie die letzten Vorbesitzer hier gewohnt haben. Über einen langgezogenen kleinen Saal im Unterdach, in dem später auch Lesungen oder Konzerte stattfinden können, gelangen die Besucher in den nordöstlichen Turm. Weiter geht es über einen Vorplatz, der als Veranstaltungsebene für bis zu 300 Personen geeignet ist. Dann geht es in die vor dem weiteren Verfall bewahrte Burgruine selbst.

In der Kapelle legen Restauratoren Zentimeter für Zentimeter Wandfresken frei. Auch hier zeigt sich Geschichte: Die Gemälde der einen Epoche wurden in der nächsten übermalt oder teilweise zerstört. Schon im nächsten Jahr werden hier standesamtliche Trauungen stattfinden. Die ersten Anfragen liegen bereits vor. Im Innenhof sind Rampen angelegt, damit später die Kapelle und die ihr vorgelagerten Räumlichkeiten barrierefrei erreichbar sind. Zwei fest installierte Treppenlifte verbinden die Geschoße.

Von einem kleinen Erker oberhalb der Kapelle überblickt man die südlichen Teile der Burg Heinfels.
Von einem kleinen Erker oberhalb der Kapelle überblickt man die südlichen Teile der Burg Heinfels.
- Christoph Blassnig

Die Inbetriebnahme der Hauptgastronomie und des Hotelbetriebes verzögert sich auf das Jahr 2023. „Erst dann ist die Burg beheizbar, ganzjährig temperiert und damit voll nutzbar“, sagt Leiter.

Museumssprecher Peter Leiter zeigt eine Aufnahme des Sakralbaus vor Beginn der Arbeiten.
Museumssprecher Peter Leiter zeigt eine Aufnahme des Sakralbaus vor Beginn der Arbeiten.
- Christoph Blassnig
In der Kapelle werden Fresken renoviert.
In der Kapelle werden Fresken renoviert.
- Peter Leiter