Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 03.09.2019


Bezirk Reutte

Außerferner Grüne: Kampf dem Plastik im Kompost

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© Grüne



Im April haben die Tiroler Grünen die Aktion „Pfiati Plastik" gestartet. Nun haben die Außerferner Grünen der Aktion Nachdruck verliehen. Vergangene Woche wurde im Außenbereich der Kompostieranlage in Weißenbach das vom Wind nach außen getragene Plastik gesammelt.

„Wir waren verzweifelt, denn auf einer Fläche von nur ca. 15 Quadratmetern haben wir drei Säcke voll Plastik in unterschiedlichen Verrottungsstadien gesammelt. Und selbst dieser Fleck ist ganz bestimmt noch nicht plastikfrei, denn die Kunststoffteile sind teilweise schon so zerbröckelt, dass man sie nicht mehr rückstandslos entfernen kann. Da würde selbst Sisyphus verzweifeln", zieht Bezirkssprecherin Regina Karlen ein ernüchterndes Fazit.

Die Schuld liege nicht bei den Mitarbeitern der Kompostieranlage. Diese seien äußerst bemüht, das Plastik aus dem Biomüll und dem Grünschnitt zu entfernen. Karlen: „Das Problem ist, dass immer noch viele Leute ihren Hauskompost in Plastikbeuteln abgeben, ja selbst die verrottbaren Säcke sind nicht optimal." Viele würden beispielsweise die Kunststoffhülle vom Gurkenanschnitt nicht entfernen oder die verschimmelten Erdbeeren gleich mitsamt der Plastikschale in den Biomüll werfen. Auch der Rasenschnitt von den Straßenrändern der Gemeinden enthalte unzählige zerschredderte Abfallteile, die letztlich ebenfalls in der zersetzten Komposterde zu finden seien.

Karlen abschließend: „Wenn nicht jeder mithilft, Plastik und grundsätzlich Abfall richtig zu entsorgen, dann werden wir wohl als Plastik- oder Wegwerfgeneration einen unrühmlichen Namen in den Geschichtsbüchern erhalten. Noch in Hunderten von Jahren werden sich unsere Kindeskinder mit unserem Plastikwahn herumschlagen müssen. Wir sollten uns dafür heute schon bei ihnen entschuldigen." (TT, fasi)

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