Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 03.09.2019


Bezirk Kitzbühel

Rasche Entscheidung über Schwimmbad sorgt für Verwirrung

Heute Abend soll entschieden werden, wie es mit dem Schwimmbad in Westendorf weitergeht. Für manche überraschend schnell.

Das Schwimmbad in Westendorf hat ein Ablaufdatum. Wie die Zukunft aussehen soll, wird heute im Gemeinderat entschieden.

© AngererDas Schwimmbad in Westendorf hat ein Ablaufdatum. Wie die Zukunft aussehen soll, wird heute im Gemeinderat entschieden.



Von Harald Angerer

Westendorf – Seit Jahren ist man in Westendorf mit der Frage beschäftigt, wie es mit dem Schwimmbad weitergehen soll. Heute Abend könnte nun eine richtungsweisende Entscheidung fallen. Es soll in der Gemeinderatssitzung unter anderem die Ausarbeitung eines von der Schwimmbad-Arbeitsgruppe erstellten Projektes beschlossen werden. Diese Gruppe hatte in den vergangenen Jahren über die Zukunft der Freizeitanlage beraten, im Geheimen. Denn es wurde absolute Schweigepflicht vereinbart.

Dass nun eine Entscheidung ohne vorherige Information der Bevölkerung erfolgt, überrascht viele, vor allem aber eine Gruppe, die sich für den Erhalt des bestehenden Bades einsetzt und dafür sogar 1600 Unterschriften gesammelt hat. Über das neuen Projekt seien sie noch nicht informiert worden, erst auf Nachdruck wurde ein Termin mit der Gemeinde gestern Abend (nach Redaktionsschluss) abgehalten.

„Wir finden es sehr komisch, dass es jetzt plötzlich so schnell gehen muss und die Westendorfer vorher nicht über dieses wichtige Projekt informiert werden“, sagt ein Mitglied der Gruppierung gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Besonders verwunderlich, da in der kommenden Woche eine öffentliche Gemeindeversammlung stattfindet.

Wie nun das vorgeschlagene Projekt der Arbeitsgruppe aussieht, ist momentan noch nicht klar, es ist aber durchgesickert, dass es sich um ein Vorhaben auf der Fläche des so genannten Innsbruckerheims handelt. Auch hier ist man von Seiten der Gruppe, die sich für den Erhalt des aktuellen Schwimmbades einsetzt, verwundert. „Uns hat die Bürgermeisterin versprochen, dass es keine Verlegung zum Innsbruckerheim geben werde“, sagt das Mitglied. Eine solche Zusage habe es laut Bürgermeisterin Plieseis nicht gegeben, die Gruppe betont hingegen, dass man das in einem Gesprächsprotokoll festgehalten habe.

Der Grund, warum das Schwimmbad auf der Tagesordnung der Sitzung steht, ist laut Plieseis ein ganz einfacher: „Weil wir da eine Sitzung haben.“ Diese sei nicht extra vor die Gemeindeversammlung gelegt worden. Der Bevölkerung würde das Ergebnis der Arbeitsgruppe ausführlich bei der Gemeindeversammlung nächste Woche vorgestellt, also nach dem Beschluss. Eine Information vorher sei laut Plieseis nicht notwendig, denn „die Bevölkerung trägt auch keine Verantwortung“. Man habe sich in der Arbeitsgruppe ausführlich mit dem Projekt beschäftigt.