Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 04.09.2019


Bezirk Imst

Gemeinde Sölden beharrt auf Venter Ache

Am Freitag wurde Sölden mit einer Stellungnahme beim Amt der Tiroler Landesregierung aktiv.

Das Wasser der Venter Ache wird sowohl von der Tiwag für Kaunertal II als auch für ein Kraftwerk der Gemeinde Sölden benötigt.

© Thomas Boehm / TTDas Wasser der Venter Ache wird sowohl von der Tiwag für Kaunertal II als auch für ein Kraftwerk der Gemeinde Sölden benötigt.



Von Thomas Parth

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Sölden – Die Gemeinde Sölden und der Landesenergieversorger Tiwag beanspruchen für ihre jeweiligen Kraftwerksprojekte das Wasser der Venter Ache.

Am Freitag wurde Sölden mit einer Stellungnahme beim Amt der Tiroler Landesregierung aktiv: Darin wird kritisiert, dass die Tiwag ihr Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das Kraftwerk „Kaunertal II“ eigentlich pausieren müsse. Die Unterbrechung habe aus Sicht Söldens und nach „Judikatur des Verwaltungsgerichtshofes“ zu erfolgen, da aktuell ein Widerstreitverfahren anhängig sei.

Gleichzeitig bringt Sölden eine Säumnisbeschwerde gegen das Nachhaltigkeitsministerium wegen „überlanger Verfahrensdauer“ im Widerstreit um die Venter Ache ein. In diesem wird darüber entschieden, welchem von mehreren Wasserkraftwerken an einem Gewässer der Vorzug gegeben wird.

Ende 2017 musste die Tiwag bereits ihre Pläne dahingehend ändern, damit Sölden an der Gurgler Ache ein Kraftwerk errichten kann.

Wolfgang Stroppa, Tiwag-Projektleiter für das Kraftwerk Kaunertal II, sieht den Sachverhalt anders: „Ein Widerstreitverfahren unterbricht ein UVP-Verfahren nicht. Nur ein Bescheid darf nicht erlassen werden, das ist klar.“

Was die Venter Ache konkret betrifft, so ist sich die Tiwag sicher, bei einer fachlichen Prüfung besser als Sölden abzuschneiden. Seit dem Optionenbericht 2004 sei Kaunertal II in Planung.