Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 04.09.2019


Innsbruck

11 Millionen Euro und viele Ideen für Bildungscampus

Das Prestigeprojekt der Stadt im Bildungssektor ist dieser Tage eine Baustelle. Ab dem Herbst 2020 werden hier 450 Schüler einziehen.

Bestaunten den Dachbodenausbau im neuen Gebäude: StR Elisabeth Mayr, Franz Danler (IIG), Walter Aistleitner (Projektleiter), Michael Pinzger (IIG) und die Direktorin Hildegund Cernin (v. l.).

© Bestaunten den Dachbodenausbau im neuen Gebäude: StR Elisabeth Mayr, Franz Danler (IIG), Walter Aistleitner (Projektleiter), Michael Pinzger (IIG) und die Direktorin Hildegund Cernin (v. l.).



Von Marco Witting

Innsbruck – Innsbruck. Leopoldstraße 15. Aus dem Schulgebäude dringt kurz vor Mittag Lärm. Dabei beginnt der Unterricht erst nächste Woche. Statt Schülern wuseln dieser Tage Bauarbeiter durch die Gänge. Statt der Pausenglocke ertönt der Presslufthammer. Ein Jahr lang wird an dieser Baustelle noch gearbeitet. Hier entsteht das wichtigste Prestigeprojekt in Sachen Bildung in der Stadt. Der Schulcampus Wilten.

Dafür wurden die Neuen Mittelschulen Fritz Prior und Wilten formal aufgelöst und in die gemeinsame NMS Leopoldstraße zusammengeführt. Auf baulicher Ebene wird der Gebäudekomplex der ehemals zwei Neuen Mittelschulen sowie der Volksschule Altwilten generalsaniert, barrierefrei ausgebaut sowie erweitert. Nächstes Jahr wird dann auch die NMS Müllerstraße auf das Gelände wechseln. 11 Millionen Euro werden in die Sanierung der Räumlichkeiten gesteckt. Neben viel Geld gibt es auch viele Konzepte. 450 Schüler sollen dann insgesamt am Campus unterrichtet werden, wie Stadträtin Elisabeth Mayr (SPÖ) am Rande einer Baustellenführung für Medienvertreter erklärte.

„Wir schaffen hier den Raum für Kinder und Lehrpersonal, damit ganztägig verschränkter Unterricht und damit abwechselnde Lern-und Freizeiteinheiten angeboten werden können“, erklärt Mayr. Der Klassenraum sei dabei der dritte Pädagoge – neben den Lehrern und den Mitschülern. So wurden etwa die Gänge verbreitert, damit auch dort in kleinen Gruppen gearbeitet werden kann.

Hildegund Cernin ist Direktorin der NMS Leopoldstraße. Die Freude über das neue Gebäude ist ihr sichtlich anzumerken, wenn sie sagt: „Ich freue mich sehr für die Kinder, die hier in die Schule gehen werden. Wir haben hier zeitgemäße Räume für den Unterricht im Angebot.“ Neben den neuen Räumlichkeiten und dem verschränkten Unterricht will man am Bildungscampus Wilten künftig auch damit punkten, dass die Kinder von der Volksschule bis zum Ende der Mittelschule am selben Platz den Unterricht besuchen können. „Wir wollen speziell den Übergang von der 4. Klasse Volksschule in die Sekundarstufe verschränken und damit den Kindern leichter machen“, sagt Gerlinde Wright, Direktorin der VS Altwilten.

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Der Schwerpunkt der „Unternehmerischen Mittelschule“ soll auf Dienstleistungen, vor allem im Bereich des Tourismus, liegen. Schon vom Start weg soll etwa Italienisch auf dem Stundenplan stehen. Auch damit, so der Plan, soll die Mittelschule deutlich attraktiver gemacht werden.

Die Sanierung des Gebäudes stellt die IIG vor etliche Schwierigkeiten. „Wir haben durch den Denkmalschutz und den kurzen Zeitraum des Baus, der teilweise parallel zum Schulbetrieb läuft, ganz besondere Herausforderungen zu bewältigen. Dies ist nur bei sehr guter Abstimmung mit der Schulleitung möglich“, sagt IIG-Geschäftsführer Franz Danler.

Herzstück des neuen Gebäudes ist der ausgebaute Dachboden. Die Räume dort konnten bisher nicht genutzt werden. Jetzt wird hier aufwändig gehämmert und aufgerissen. Erneuert werden neben den Mittagstisch-Räumlichkeiten auch jene zur Freizeitgestaltung. Wegfallen werden Parkplätze für das Lehrpersonal. „Diesen Raum wollen wir den Schülern zurückgeben und wir arbeiten an einer Außengestaltung, bei der die Schüler natürlich mitreden können“, erklären die Direktorinnen. Während die Bauarbeiten noch laufen, findet der Unterricht für die VS Altwilten im ehemaligen Hort und in Containern statt.