Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 07.09.2019


Osttirol

Strategische Zusammenarbeit: Vier Städte mit einer Stimme

Die Bürgermeister von Bruneck, Hermagor, Lienz und Spittal an der Drau unterzeichneten ein Regelwerk für ihre künftige Kooperation im „Süd Alpen Raum“.

Siegfried Ronacher (Hermagor), Elisabeth Blanik, Gerhard Pirih (Spittal an der Drau) und Roland Griesmair (Bruneck) haben die Charta auf Schloss Bruck unterzeichnet (v. l.).

© Christoph BlassnigSiegfried Ronacher (Hermagor), Elisabeth Blanik, Gerhard Pirih (Spittal an der Drau) und Roland Griesmair (Bruneck) haben die Charta auf Schloss Bruck unterzeichnet (v. l.).



Von Christoph Blassnig

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Bruneck, Hermagor, Lienz, Spittal an der Drau – Schon seit einiger Zeit tüfteln die vier benachbarten Städte Bruneck, Hermagor, Lienz und Spittal an der Drau an einer strategischen Zusammenarbeit. Zwischen ihnen liegt nicht nur die Grenze zweier österreichischer Bundesländer, sondern auch die Staatsgrenze zu Italien. Oberkärnten, Süd- und Osttirol verbinden seit jeher Wirtschaft und Kultur. Denkt man die Region größer, teilen die drei österreichischen Städte mit dem Südtiroler Raum um Bruneck die geografische Lage südlich der Alpen mit einer guten Erreichbarkeit sowohl des norditalienischen als auch des deutschen Zentralraums. Durch ein Städtenetzwerk im „Süd Alpen Raum“ genannten Gebiet wollen die vier jeweiligen Umlandregionen zu einem vitalen Lebens- und Wirtschaftsraum im Sinne der EU-Strategie für den Alpenraum zusammenwachsen. Nachdem die jeweiligen Stadtparlamente dazu bereits im Frühjahr ein Regelwerk genehmigt haben – die TT berichtete –, unterzeichneten Roland Griesmair (Bruneck), Siegfried Ronacher (Hermagor-Pressegger See), Elisabeth Blanik (Lienz) und Gerhard Pirih (Spittal an der Drau) gestern in Lienz eine entsprechende Charta.

Griesmair zeigte sich überzeugt, dass die Zusammenarbeit gelingen werde, da die Verwaltungen in den vier Städten zusammengeführt wurden und nicht allein Politker bestimmen. Ronacher sieht im Verbund von 100.000 Bürgern ein ungleich stärkeres Gewicht, wenn es um gemeinsame Interessen etwa bei Ausschreibungen oder Förderanträgen geht. „Wir haben vier Dialekte, doch wir sprechen mit einer Stimme“, zeichnete der Spittaler Bürgermeister Pirih ein eingängiges Bild. Es gehe darum, nicht neue Institutionen zu schaffen, sondern mit- und voneinander zu lernen, meinte Griesmair.

Für die Zusammenarbeit sind unter Begleitung der Fachhochschule Kärnten mit Kathrin Stainer-Hämmerle vier Bereiche festgelegt worden: Es soll eine gemeinsame Digitalisierungsstrategie geben. Ein Teilbereich fällt in die smarte Entwicklung. Die Innenstadtentwicklung und das Projekt „Blühende Städte“ vervollständigen die Vorhaben im „Süd Alpen Raum“.