Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 12.09.2019


Bezirk Landeck

Verschiebung von Unterführung der Reschenstraße ist nicht fix

Laut LHStv. Geisler soll Unterführung der Reschenstraße nicht zurückgestellt werden. Kosten für Prutzer Projekt haben sich verdoppelt.

Verschoben oder nicht? Die Unterführung der Reschenstraße bei der Kreuzung in Prutz (im Bild) ist seit über zehn Jahren in Planung. Kosten wird sie rund 30 Mio. Euro.

© ReichleVerschoben oder nicht? Die Unterführung der Reschenstraße bei der Kreuzung in Prutz (im Bild) ist seit über zehn Jahren in Planung. Kosten wird sie rund 30 Mio. Euro.



Von Matthias Reichle

Prutz, Landeck – Wird der Bau der geplanten Prutzer Unterführung zugunsten der neuen Schlossgalerie, die ab dem kommenden Jahr an der L76 zwischen Landeck und Fließ realisiert wird, verschoben? Aus der Abteilung Verkehr und Straße im Land bestätigt man gestern, dass es diese Prioritätenreihung gibt. Dass das Großprojekt an der Reschenstraße deshalb zurückgestellt werden soll – der Prutzer Bürgermeister Heinz Kofler reagierte mit Unverständnis darauf. „Es ist eine politische Entscheidung, fachlich ist es nicht zu begründen. Unser Übergang ist genauso gefährlich wie der Steinschlag, wegen dem die Landecker Galerie gebaut wird. Ein Drittel der Bevölkerung muss täglich über die Kreuzung“, ärgerte er sich über diese Nachricht – offiziell informiert wurde er noch nicht. Wie berichtet, ist geplant, mit dem mehrjährigen Projekt die ampelgeregelte Kreuzung auf der B180 in seiner Gemeinde zu entschärfen.

Dazwischengekommen sind mehrere Steinschlag­ereignisse, wegen denen nun die Landecker Straße auf einer Strecke von 700 Metern eingehaust werden soll. Aus dem Landhaus hieß es, beide Projekte gleichzeitig seien finanziell nicht zu stemmen. Die Schlossgalerie habe aus Sicherheitsgründen Priorität.

Ob der Baustart allerdings tatsächlich geplatzt ist, ist scheinbar gar nicht so fix, wie die Nachfrage der Tiroler Tageszeitung bei Landeshauptmann-Stv. Josef Geisler zeigt – dem Ressortverantwortlichen. Verschoben sei es nicht, betont er. Man versuche, die Projekte parallel zu stemmen. Die Schlossgalerie könne man nicht zurückstellen, aber auch das andere Projekt sei schon lange in der Pipeline. „Ich versuche hierfür zusätzliche Mittel auf die Reihe zu bringen.“

Man möchte im kommenden Jahr beginnen – auf jeden Fall werde das Projekt nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben, so Geisler.

Damit kommen zwei große Brocken auf das Land zu. Die Schlossgalerie war zuletzt mit 25 Mio. Euro beziffert worden. Die Unterführung in Prutz muss eine erhebliche Kostensteigerung verkraften. Inzwischen hat sie sich auf 30 Mio. Euro verteuert.

Das wird seitens des Landes bestätigt. 2015 hatte man noch mit 13,5 Mio. Euro kalkuliert. Dann waren es 15. Mio. Euro. Grund sei die Baukonjunktur. Man könne pro Jahr zwei bis drei Mio. Euro draufschlagen.