Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 13.09.2019


Innsbruck

Alternativen zu Busparkplatz beim Hofgarten gefordert

Besorgte Bürger, „Gerechtes Innsbruck“, SPÖ-NR Yildirim – gegen die Errichtung eines Busparkplatzes am Gärtnerei-Areal formieren sich äußerst bunte Allianzen.

In ihrer Ablehnung eines Busparkplatzes am Areal der Hofgarten-Gärtnerei sind sich GR Gerald Depaoli (l.), Hubertus Schumacher und NR Selma Yildirim, bei allen sonstigen Auffassungsunterschieden, einig.

© DomanigIn ihrer Ablehnung eines Busparkplatzes am Areal der Hofgarten-Gärtnerei sind sich GR Gerald Depaoli (l.), Hubertus Schumacher und NR Selma Yildirim, bei allen sonstigen Auffassungsunterschieden, einig.



Innsbruck — Die Pläne, auf Flächen der Hofgarten-Gärtnerei in Innsbruck für 15 Jahre einen neuen oberirdischen Busparkplatz zu errichten, lassen weiter die Wogen hochgehen: Gegen den Kompromissvorschlag von BM Georg Willi (Grüne) formieren sich auch ungewöhnliche Allianzen — wie gestern bei einer Pressekonferenz deutlich wurde.

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Hubertus Schumacher, Vertreter der Bürgerinitiative „Gegen den Busparkplatz in der Hofgarten-Gärtnerei", verwies auf 1200 Unterschriften und eine neue Petition, die binnen weniger Tage von fast 700 Bürgern unterzeichnet wurde. Von einem „Randthema", wie BM Willi den Busparkplatz im Gesamtkontext MCI-Neubau genannt hatte, „kann man sicher nicht mehr sprechen".

In Zeiten des Klimawandels knapp 4200 Quadratmeter Fläche zu versiegeln, sei ein „Sakrileg", „rückwärtsgewandte Betonierpolitik" und „das Gegenteil moderner Städteplanung". Schumacher verwies auch auf Lärm, Feinstaub und Abgase durch die Busse, zudem müssten „über 100 Beete von Kleingärtnern weichen". Die Bürgerinitiative hätte bisher am ehesten eine Bustiefgarage präferiert, es habe aber generell „keine ausreichende Alternativenprüfung durch die Stadt" gegeben.

NR Selma Yildirim (SPÖ) ist zwar gegen eine Busgarage, aber auch aus ihrer Sicht sind die klimapolitisch und für die Bürger „immens wichtigen" Gärtnerei-Flächen unbedingt zu erhalten: „Experten sollen prüfen, welche möglichst klimaschonenden Alternativen es gibt." Yildirim will im Umweltausschuss des Nationalrats einen Entschließungsantrag einbringen, dass Bundesflächen wie das Gärtnerei-Areal „den Klimazielen entsprechend zu behandeln sind, wenn sie Ländern oder Gemeinden zur Verfügung gestellt werden". Zudem solle das Denkmalamt prüfen, ob das Areal, das seit ca. 600 Jahren zum Hofgarten gehöre, nicht schutzwürdig sei. In die Entscheidungsfindung des Innsbrucker SPÖ-Gemeinderatsklubs wolle sie aber nicht eingreifen, sagt Yildirim.

Eine konkrete Alternative schlägt GR Gerald Depaoli (Gerechtes Innsbruck) vor: Er will im Gemeinderat einen Prüfantrag einbringen, ob am „überbreiten" Rennweg — auf einer oder beiden Seiten — Parkplätze für Reisebusse ausgewiesen werden könnten, z. B. von der Höhe Emile-Bé­thouart-Steg bis zur Kreuzung Karl-Schönherr-Straße. „Das wäre zentrumsnah und kostet die Stadt nur die Markierungsfarbe." Zudem sieht Depaoli auch das MCI gefordert, Vorschläge zur Busunterbringung einzubringen — schließlich sei es ja das MCI, das den bisherigen Busparkplatz für die Erweiterung brauche. (md)