Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 13.09.2019


Bezirk Imst

Kinderbetreuung zwischen „Service und Luxus“ in Mieming

In Mieming sind die Kindergärten an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen. Über Erweiterungen muss jetzt das Land entscheiden.

In Mieming hat sich die Zahl der zu betreuenden Kinder erhöht. Im Kindergarten Barwies (Bild) bleibt zu klären, ob eine dritte Gruppe kommt oder nicht.

© PloderIn Mieming hat sich die Zahl der zu betreuenden Kinder erhöht. Im Kindergarten Barwies (Bild) bleibt zu klären, ob eine dritte Gruppe kommt oder nicht.



Von Thomas Ploder

Mieming – Die Situation der Kindergärten in Barwies und Untermieming führte während der jüngsten Sitzung des Mieminger Gemeinderates zu teils hitzigen Diskussionen. Die Kindergartenleiterin GV Lydia Neuner-Köll als Obfrau des Bildungsausschusses und BM Franz Dengg nahmen dabei zwei gegenteilige Standpunkte ein.

Die aktuelle Zahl der angemeldeten Kinder bringt den Kindergarten in Untermieming an die Kapazitätsgrenze. In Barwies bleibt die Frage zu klären, ob eine Genehmigung zur Überschreitung der Gruppengröße um ein Kind erteilt wird oder ob eine dritte Gruppe etabliert werden muss.

Die aktuell in Mieming bestehende Problematik wurde unter anderem durch Zuzug verursacht. Zum Zeitpunkt der Bedarfserhebung im März rechnete man am Beginn des Kindergartenjahres 2019/20 noch mit 37 Kindern. Durch Zuzug stieg diese Zahl bis zum tatsächlichen Start auf 40. Drei weitere Kinder waren in beiden Kindergärten angemeldet. Sie besuchen nun den Kindergarten in Untermieming. Eine in der kommenden Woche zuziehende Familie meldete ihr Kind im Kindergarten Barwies an.

„Das 41. Kind teilt die Gruppen“, zitiert dazu BM Franz Dengg die Auskunft der zuständigen Stelle beim Land, „wir haben aber um eine Genehmigung angesucht, die Gruppengröße überschreiten zu dürfen, was rechtlich zulässig ist.“ GV Neuner-Köll berichtete von einer Anfrage ihrerseits im Landhaus. „Wenn die räumlichen und personellen Voraussetzungen gegeben sind, ist eine Sondergenehmigung nicht möglich“, so die Kindergartenleiterin, „es ist in diesem Fall eine zusätzliche Gruppe einzurichten.“

Gemeinsam mit ihrem Listenkollegen Vize-BM Martin Kapeller forderte Neuner-Köll auch für den Fall einer Ausnahmegenehmigung eine zusätzliche Gruppe und die Einstellung einer weiteren Pädagogin für den Kindergarten Barwies.

„Die räumlichen Voraussetzungen sind gegeben und eine weitere Gruppe schafft angenehmere Bedingungen für die Kinder und ihre Betreuung“, meinte etwa Martin Kapeller. „Mieming deklariert sich als familienfreundliche Gemeinde“, so Neuner-Köll weiter, „da stünde diese Maßnahme der Gemeinde gut zu Gesicht.“

Argumente, die BM Dengg nur bedingt akzeptieren kann. „Mieming investiert in die Kinderbetreuung von Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr 800.000 Euro, von denen 450.000 Euro die Gemeinde selbst trägt“, so der Bürgermeister, „die Betreuung ist Mieming also viel Geld wert, wir sind als Gemeinderat aber auch zur Sparsamkeit verpflichtet. Das bedeutet eine klare Unterscheidung zwischen Service und Luxus.“

Am Ende der Diskussion stand die Bereitschaft, die Entscheidung der zuständigen Abteilung anzuerkennen und – gegebenenfalls durch die Einrichtung einer zusätzlichen Gruppe – entsprechend umzusetzen.




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