Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 14.09.2019


Bezirk Imst

Rettenbachverbauung in Sölden kommt auf acht Millionen Euro

Ein Schutzprojekt der Wildbach- und Lawinenverbauung soll die Sicherheit des Siedlungsraumes in Sölden aufrechterhalten.

Sowohl Gebietsbauleiter Daniel Kurz, Wildbach- und Lawinenverbauungs-Sektionsleiter Gebhart Walter, LHStv. Josef Geisler als auch der Sölder Bürgermeister Ernst Schöpf fanden sich zur Spatenstichfeier des Schutzprojektes am Rettenbach ein.

© PraxmarerSowohl Gebietsbauleiter Daniel Kurz, Wildbach- und Lawinenverbauungs-Sektionsleiter Gebhart Walter, LHStv. Josef Geisler als auch der Sölder Bürgermeister Ernst Schöpf fanden sich zur Spatenstichfeier des Schutzprojektes am Rettenbach ein.



Von Anna Praxmarer

Sölden – Der Rettenbach weist ein Einzugsgebiet von 13,1 Quadratkilometern auf und wurde bereits seit dem frühen 20. Jahrhundert regelmäßig teilverbaut. Bedingt durch die Belastung der vergangenen Jahre ist die Schutzwirksamkeit der Bauten aktuell nicht mehr umfassend gewährleistet. Durch Sanierungs-, Ergänzungs- und Erweiterungsmaßnahmen soll nun die Sicherung des Sölder Ortszentrums aufrechterhalten werden.

Der Rettenbach mündet direkt im Sölder Ortszentrum in die Ötztaler Ache ein und wird besser verbaut.
Der Rettenbach mündet direkt im Sölder Ortszentrum in die Ötztaler Ache ein und wird besser verbaut.
- Praxmarer

Die Aufzeichnungen der Sölder Ereignischronik geben aufschlussreichen Einblick in das Gefahrenpotenzial des Rettenbaches. Zu den Resultaten vergangener Katastrophen zählen unter anderem Vermurungen bis in den Ort, stark beschädigte Wohnhäuser, eingerissene Straßen und zerstörte Brücken.

Ab Mitte Oktober soll nun ein 8 Mio. € teures Schutzprojekt umgesetzt werden. Zu den Hauptbestandteilen des Bauvorhabens gehören die Errichtung einer Hochwasserretentionssperre mit Grobgeschiebefiltersperre sowie die umfangreiche Sanierung und Gewässersicherung bachaufwärts.

„Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, die saisonal bedingte Bausperre in diesem Fall aufzuheben“, teilt Bürgermeister Ernst Schöpf mit. Das Projekt wird vom Bund als Hauptgeldgeber, dem Land Tirol und der Gemeinde Sölden finanziert. Die Arbeiten werden sieben bis zehn Jahre in Anspruch nehmen. Allein in Tirol wurden im letzten Jahr 44,2 Mio. € in ähnliche Schutzprojekte investiert. Davon flossen 31,2 Mio. € in den Schutz vor Wildbächen.