Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 18.09.2019


Innsbruck

Abfuhr für fast alle vorgeschlagenen 30er-Zonen in Innsbruck

Tempo 30 bleibt in Innsbruck ein heißes Thema.

© Thomas Boehm / TTTempo 30 bleibt in Innsbruck ein heißes Thema.



Am Ende ist gestern am späten Nachmittag nur noch eine 30er-Zone übrig geblieben, die eine Mehrheit im Verkehrsausschuss bekommen hat. Auf einem kleinen Stück hinter dem Kiosk bei der Messe wird künftig die Geschwindigkeit eingebremst. Alle anderen Maßnahmen, die Verkehrsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) vorschlug, fanden keine Mehrheit. ÖVP, FPÖ und Für Innsbruck erteilten den allermeisten Plänen im Ausschuss eine Absage.

Von 10 Anträgen, die Schwarzl einbrachte, wurden 9 abgelehnt. Als „ideologisch getrieben" sah VP-Ausschussvorsitzende Mariella Lutz die Grünen beim Verkehrsthema. „Für uns ist der Individualverkehr kein Feindbild. Was wir sicher nicht wollen, ist, dass aus den zahllosen Tempo-30-Anträgen eine quasi flächendeckende Tempo-30-Zone in Innsbruck entsteht", erklärte Lutz.

Die Grünen zeigten sich gestern kämpferisch und „überrascht". „Trotz langer und wie gewünscht genauer Vorarbeit steht beim blau-schwarzen ,Bleifußblock' offenbar nicht die Sicherheit der Kinder im Mittelpunk", zeigte sich Klubobfrau Renate Krammer-Stark in einer ersten Reaktion verwundert. „Halber Bremsweg und halber Lärm wären entlang großer Wohngebiete möglich gewesen. Das kommt jetzt vorerst nicht. Aber wir bleiben dran."

SP-Stadtparteiobmann Benjamin Plach zeigte sich „verwundert", dass auch rund um Kinderbetreuungseinrichtungen die 30er-Zonen abgelehnt wurden. „Man kann über Lärm oder nicht Lärm reden. Aber rund um Kindergärten aus Prinzipienreiterei kein Tempolimit einzuführen, ist schon ein starkes Stück." FPÖ-Klubobmann Markus Lassenberger berief sich bei seiner ablehnenden Haltung auf die Stellungnahmen der Polizei im entsprechenden Verfahren. Außerdem wolle man „die Salamitaktik" von Schwarzl zur Einführung einer flächendeckenden 30er-Zone nicht unterstützen. (mw)

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.