Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 25.09.2019


Bezirk Kitzbühel

Diskussionen um Reha-Erweiterung am Kitzbüheler Gesundheitshügel

Das Reha-Zentrum am Kitzbüheler Gesundheitshügel soll erweitert werden. Dazu wurde der Kaufoptionsvertrag mit der Vamed vom Gemeinderat verlängert. Die Skepsis war allerdings groß.

Auf dem jetzigen Parkplatz soll die Erweiterung der Reha errichtet werden, die Parkplätze bleiben dabei erhalten.

© Harald AngererAuf dem jetzigen Parkplatz soll die Erweiterung der Reha errichtet werden, die Parkplätze bleiben dabei erhalten.



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Es sind große Pläne, welche das Gesundheitsunternehmen Vamed am Kitzbüheler Gesundheitshügel wälzt. Geplant ist eine Erweiterung des bestehenden Reha-Zentrums von derzeit 120 auf 170 Betten. Das Ganze soll auf dem bestehenden Parkplatz errichtet werden, dieser gehört der Stadt Kitzbühel. Die Parkplätze sollen unter dem Neubau weiterhin bestehen bleiben, dazu kommt noch eine Tiefgarage, die ebenfalls öffentlich nutzbar sein soll. Neu sind die Pläne nicht, bereits 2017 war das Gesundheitsunternehmen damit auf die Stadt zugekommen. Es wurde damals ein Kaufoptionsvertrag abgeschlossen, der nun aber ausläuft. Der Kitzbüheler Gemeinderat musste deshalb am Montagabend über ein Ansuchen auf Verlängerung der Option abstimmen.

Wie schon vor zwei Jahren sorgte das Vorhaben auch dieses Mal wieder für viele Diskussionen. Vor allem von Seiten der FPÖ ist man nicht zufrieden mit dem Ergebnis der Verhandlungen. Bereits vor zwei Jahren wollte FPÖ-GR Bernhard Schwendter eine zweite Ebene bei der Tiefgarage haben. Hier sei man der Vamed zu sehr entgegengekommen. Das Unternehmen mache Millionengewinne, dass man dann hier mit den Kosten argumentiere, sei unglaubwürdig.

„Die Stadt hat hier eine Chance vertan“, kritisiert FPÖ-GR LA Alexander Gamper. Er hätte sich ein Gesamtkonzept mit der Bergbahn, welche die angrenzende Fläche besitzt, gewünscht. Es hätte eine große Parklösung geben können, ist Gamper überzeugt. Anders sieht es Bürgermeister Klaus Winkler (ÖVP). Man schlage zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen gäbe es mit dem Vorhaben mehr Parkplätze als bisher, die Einnahmen dafür blieben auch bei der Stadt, und zum anderen würde ein wichtiger Gesundheitsbetrieb erweitert.

Gamper wollte den Punkt aber von der Tagesordnung nehmen lassen, um ihn noch einmal im Ausschuss zu diskutieren. „Das ist die übliche Vorgangsweise der FPÖ“, ärgert sich Winkler. Er betonte auch, dass der Stadtrat den Antrag einstimmig verabschiedet hat. Winkler ließ zuerst über den Antrag des Stadtrates abstimmen und dann erst über jenen von Gamper. Sehr zum Missfallen der FPÖ und der Liste UK, welche dieses Vorgehen von Winkler kritisierten.

Eine Lanze für die Erweiterung brach dann auch SPÖ-Vizebürgermeister Walter Zimmermann: „Es ist ein großes und wichtiges Projekt für Kitzbühel mit Mehrwert. Es geht dabei nicht nur um die Parkplätze, sondern auch um Arbeitsplätze.“

Der Kaufpreis war 2017 ein großes Thema, er liegt mittlerweile bei 220.000 Euro. Dazu gibt es inzwischen zwei Gutachten. „Bei meinen Unterlagen war das Gutachten aber nicht dabei“, kritisiert GR Manfred Filzer (UK). Er machte seine Zustimmung aber davon abhängig, dass er alle Unterlagen bekommt. Wieso er und seine UK-GR-Kollegin Marielle Haidacher das Gutachten nicht in den Unterlagen hatten, konnte bei der Sitzung nicht geklärt werden. Die Abstimmung brachte dann 14 Ja-Stimmen zur Kaufoption, drei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Damit wurde die Option bis zum 30.9.2024 verlängert.

Doppelte Spitze fixiert

Im vertraulichen Teil der Kitzbüheler Gemeinderatssitzung wurde am Montagabend eine wichtige Entscheidung für die Stadtwerke getroffen. In Zukunft soll eine Doppelspitze das städtische Unternehmen leiten. Nach der Pensionierung von Vizebürgermeister Gerhard Eilenberger (VP) hat im Jahr 2014 Andreas Kronberger die Geschäftsführung übernommen, nun bekommt er mit Jörg Kickenweitz einen zweiten Geschäftsführer zur Seite gestellt. Kickenweitz wechselt von der Bergbahn Kitzbühel in den städtischen Betrieb. Bei der Bergbahn hatte er die Leitung des Marketings über. Bürgermeister Klaus Winkler (VP) bestätigte auf Anfrage der TT die Bestellung von Kickenweitz. Die Anforderungen hätten sich verändert, deshalb nun die Doppelspitze, wobei Kronberger für den Bereich IT und Technik zuständig sein wird und Kickenweitz für die Organisation und das Marketing. (aha)




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