Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 07.10.2019


Politik in Kürze

Wenn Anliegen ignoriert werden

Der in Tirol gedrehte Neururer-Film – im Bild Heinz Fitz, Ottfried Fischer und Jasmin Mairhofer (v. l.) – mit Tiroler Schauspielern erhielt keine Cine-Tirol-Unterstützung. Das sorgt für Verwunderung.

© avgproduktionDer in Tirol gedrehte Neururer-Film – im Bild Heinz Fitz, Ottfried Fischer und Jasmin Mairhofer (v. l.) – mit Tiroler Schauspielern erhielt keine Cine-Tirol-Unterstützung. Das sorgt für Verwunderung.



Dass das Land Tirol jetzt den Verjährungsverzicht bei Klagen von Heimopfern gesetzlich einräumen will, sorgt für Reaktionen. Die SPÖ poche seit Jahren darauf, betont SPÖ-Vorsitzender Georg Dornauer. „Bereits 2014 hat der Landtag der Landesregierung diese Möglichkeit eingeräumt. Dass den Opfern nun endlich die Chance auf einen fairen Prozess eingeräumt werden soll, ist zwar positiv, kommt aber um Jahre zu spät." Gerade Missbrauchsopfer könnten oft erst Jahrzehnte später über das Erlebte sprechen — und werden nicht selten ihr ganzes Leben von den Geschehnissen verfolgt. „Da gibt es keine Verjährung." Für Dornauer hat das Land seine Verantwortung als Heimträger zu klären, wie Verletzungen der Aufsichts- und Sorgfaltspflichten im Rahmen der damaligen Jugendwohlfahrt.

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Die Grünen wollen den Ausbau der Elektromobilität vorantreiben. Sie sehen das vom Land im Rahmen des „Aktionsprogrammes E-Mobilität 2017—2020" selbst gesteckte Ziel von fünf Prozent Elektroautos bis 2020 bzw. 40 Prozent bis 2030 gefährdet. Ein Dringlichkeitsantrag soll deshalb im Landtag beschlossen werden. „Das schrittweise Umstellen von Verbrennungsautos auf batteriebetriebene Elektroautos ist notwendig, um die Klimakrise zu bekämpfen und Tirol energieautonom zu machen", erklärt der grüne Verkehrssprecher Michael Mingler.

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Bereits im Februar gab es Kritik daran, dass die Tirol Werbung mit ihrer Cine Tirol das Filmprojekt über den Tiroler Märtyrer-Pfarrer Otto Neururer, „Hoffnungsvolle Finsternis", nicht unterstützt hat. Damals verwies Cine-Tirol-Chef Johannes Köck auf Doppelförderungen. Die Förderung hätte man abgelehnt, weil es bereits eine Zusage für Gelder durch ein­e andere öffentliche Stelle gegeben habe. Nach der Filmpremiere vom Freitag kann sich auch Landtagspräsidentin Sonj­a Ledl-Rossmann einen Seitenhieb nicht ersparen. „Da bin ich verwundert, dass der Film von der Cin­e Tirol nicht unterstützt wurde. Ich bin aber froh, dass das Land Tirol hinter diesem Projekt gestanden ist, wie so viele andere auch." (pn)

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