Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 24.10.2019


Innsbruck

Linie 6 soll ausgeweitet werden: Neues Konzept für die Igler Bahn

Stundentakt plus Anbindung ans Zentrum – für die „Igler“ liegt ein neues Konzept vor.

Die Igler Bahn soll schon bald wieder stündlich verkehren und nicht beim Bergisel enden, sondern bis zur Mühlauer Brücke fahren.

© DomanigDie Igler Bahn soll schon bald wieder stündlich verkehren und nicht beim Bergisel enden, sondern bis zur Mühlauer Brücke fahren.



Von Denise Daum

Innsbruck – Die Igler Bahn mit ihrer wildromantischen Strecke ist einzigartig. Angenommen und benutzt wird sie allerdings nur bedingt. Sprich, geringe Auslastung, hohe Betriebskosten. Trotzdem war der Aufschrei groß, als die Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB) den Takt im Herbst 2017 reduzierten. Derzeit fährt die Bahn einmal täglich frühmorgens, samstags und sonntags zwischen 10 und 16 Uhr stündlich. Vor allem SPÖ und FPÖ setzten sich in der Vergangenheit vehement nicht nur für den Erhalt, sondern den Ausbau der Linie 6 ein. Mit Erfolg.

Die vom Gemeinderat eingerichtete Arbeitsgruppe zur Zukunft der Igler hat sich am Dienstagabend auf ein neues Konzept geeinigt. Demnach soll der Takt wieder erhöht werden und die Bahn stündlich verkehren. Zudem soll sie nicht beim Bergisel enden, sondern ins Stadtzentrum und über den Hauptbahnhof bis zur Mühlauer Brücke fahren.

So weit, so gut. Nur kostet das Ganze natürlich Geld. Die Einmalkosten für Weichen- und Haltestellen-Adaptierungen liegen bei rund 400.000 Euro. Der laufende Betrieb würde noch einmal 400.000 Euro mehr als derzeit kosten. Pro Jahr. „Die Arbeitsgruppe findet das Konzept gut. Die Frage ist nur, wo treiben wir das Geld auf“, erklärt Bürgermeister Georg Willi (Grüne). Hier müsse er als Chef der Stadtfinanzen mit den IVB und allfälligen Partnern verhandeln. Mit ins Boot geholt werden sollen der Tourismusverband Innsbruck sowie das Schloss Ambras. „Ziel ist es, die Kostendeckungsquote von derzeit 13 Prozent zu erhöhen. Dazu brauchen wir Passagiere“, sagt Willi. Großes Potenzial stellen für den Bürgermeister Touristen allgemein und speziell Schlossbesucher dar. Ihm schwebt eine Art „Schlossbahn“ vor. „Die Schloss-Betreiber sind auch bereit, die Bahn zu inszenieren. Es gibt zudem schon Ideen, den Weg von der Haltestelle zum Schloss schön zu gestalten“, so Willi.

Für den Erfolg melden sich gleich zwei Väter. Sowohl FPÖ-Stadtparteiobmann Rudi Federspiel als auch SPÖ-Klubobmann Helmut Buch­acher („Die 6er ist mein Baby“) verweisen auf entsprechende Anträge ihrer Parteien zum Ausbau der 6er.

Das neue Konzept für die Igler soll demnächst dem Gemeinderat vorgelegt werden.