Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 25.10.2019


Bezirk Landeck

Wohnung in Zams trotz Sperre vergeben

Eine Wohnungsvergabe sorgte im Zammer Gemeinderat für Empörung. Die Familie war für eine neue Wohnung gesperrt.



Von Matthias Reichle

Zams – Ende März verschärfte die Gemeinde Zams die Vergaben von Wohnungen. Wohnungswerber, die ein Angebot ohne triftigen Grund ablehnen, werden für sechs Monate gesperrt – so die Theorie. In der Praxis wurde die neue Richtlinie nämlich nicht eingehalten. In der vergangenen Zammer Gemeinderatssitzung sorgte das für einigen Ärger. Der Vorwurf: Die Obfrau des Wohnungsausschusses habe sich über den Gemeinderatsbeschluss und die eigenen Ausschussmitglieder hinweggesetzt. Sie hatte eine der neuen Wohnungen, die kommenden Herbst übergeben werden sollen, einer großen Familie zukommen lassen. Dabei war diese seit Mai gesperrt. „Sie hätten bis November warten müssen, um neu anzusuchen“, kritisierte SP-Gemeinderat Armin Rudig, der das als „unfair“ gegenüber anderen sah. Dabei habe die Obfrau die Verschärfung im Gemeinderat mitbeschlossen.

Man versuche eine Regelung zu finden, damit die Leute zufrieden sind, konterte die kritisierte Obfrau Theresia Schönherr (VP). Sie sei froh, für die betroffene Familie nach 20 Jahren endlich eine Lösung gefunden zu haben, erklärte sie ihre Entscheidung. Sie hätte sich über nichts hinweggesetzt.

Auch VP-Bürgermeister Siggi Geiger gab eine Erklärung ab: „Für die große Wohnung gab es keine Nachfrage, außer durch diese Familie“, betonte er. „Entsprechend dem Gemeinderatsbeschluss war es nicht richtig“, räumte aber auch er ein. „Jeder Ausschuss ist gut beraten, sich an bestehende Beschlüsse zu halten“, kritisierte auch FP-Gemeindevorstand Mathias Venier. Er unterstellte, dass man sich eines Problems entledigen wollte.

Für Rudig ist die Sperrung an sich „unsozial“. Mit Listenkollege Herbert Frank regte er an, diese Regel zu streichen. Weitere Diskussionen wurden auf den Wohnungsausschuss verschoben.

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