Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 30.10.2019


Innsbruck

FPÖ legt Plan für Radweg von Innsbruck nach Lans vor

GR Bernhard Schmidt schlägt Radverbindung von Innsbruck nach Lans und Vill vor, die großteils bestehende Forstwege nützen würde. StR Schwarzl verweist auf Pläne des Landes.

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© Domanig



Innsbruck – In der Diskussion um eine Radweganbindung von Innsbruck ins südöstliche Mittelgebirge prescht nun GR Bernhard Schmidt (FPÖ – Rudi Federspiel) mit einem eigenen Konzept vor: Seine Pläne für einen Radweg nach Lans bzw. Vill hat er im Gemeinderat als Prüfeintrag eingebracht.

„Ich bin seit meiner Jugend begeisterter Radfahrer und Radreisender, kenne die Bedürfnisse aus Erfahrung“, sagt Schmidt. Der Radweg, wie er ihm vorschwebe, würde eine lokale Verbindung vom bzw. ins Mittelgebirge „für sportliche Pendler“ schaffen, er sei zudem kompatibel mit dem neuen „Vitalradweg“ im Mittelgebirge, ebenso mit Plänen für einen Fernradreiseweg. Zugleich wäre die Route eine Aufwertung des Naherholungsgebiets Paschberg/Lanser Köpfl, das miteingebunden würde, ist Schmidt überzeugt.

Die Route würde bei der Einmündung des Tummelplatzweges in die Landesstraße bei Schloss Ambras starten. Nach Überquerung des Zebrastreifens müssten die Radfahrer ca. 150 m auf der Landesstraße Richtung Aldrans fahren (wobei Schmidt den Radstreifen hier zumindest mittels Gummi­noppen o. Ä. markieren würde). Dann wäre aber gleich ein Radweg parallel zur Landesstraße geplant – zunächst oberhalb, nach der ersten Kehre unterhalb der Straße. „Bei der zweiten Serpentine verlässt man die Landesstraße und fährt geradeaus Richtung Forstmeile“, erklärt Schmidt weiter. Hier müsse ein ca. 200 m langer Radweg durchs Feld gebaut und ein Bach mittels einer kleinen Brücke überquert werden. „Anschließend könnte aber fast ausschließlich das bestehende Forstwegenetz genutzt werden.“

An der Abzweigung zum Waldspielplatz und Biotop unweit der Tramhaltestelle Tantegert würden die Radler links den bestehenden Weg entlangfahren. Direkt nach dem Bahnübergang gäbe es in Schmidts Konzept dann zwei Verbindungen: entweder linker Hand Richtung Vogelhütte (und weiter nach Lans) oder rechts Richtung Poltenhütte (und weiter nach Vill). „Bei der Anbindung Richtung Lans wäre am Ende des ausgebauten Wanderweges ein Stück Wald zu roden und der Radweg neu zu errichten, vor der Poltenhütte nur ca. 150 m Fußweg zu verbreitern“, so Schmidt.

Eine Asphaltierung sei nicht zwingend notwendig, findet er, gut geschotterte Forstwege mit hartem Untergrund seien ausreichend und mit E-, Mountain- und Citybikes „problemlos zu befahren“.

Sein Fazit: Mit geringen Eingriffen und Kosten werde ein kompletter Radweg geschaffen, der sicher durch den Wald führe – und weg von der verkehrsgeplagten, für Radfahrer nicht ungefährlichen Aldranser Straße. Ob private Grundbesitzer von der vorgeschlagenen Variante betroffen wären, wisse er nicht, ergänzt Schmidt, das sei zu prüfen.

Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) äußert sich auf TT-Anfrage zurückhaltend. Sie müsse den FPÖ-Antrag erst studieren und gehe davon aus, dass dieser dem Stadtsenat zur Stellungnahme zugewiesen wird. Schwarzl verweist aber erneut darauf, dass das Land derzeit mit Planungen für einen „landesstraßenbegleitenden“ Radweg nach Aldrans beschäftigt sei, der dann in den neuen Vitalradweg einmünden soll. Sobald die Grobplanung sowie eine grobe Kostenschätzung vorliege, werde sie den Stadtsenat damit befassen. Prinzipiell gelte: Varianten durch den Wald, wie von Schmidt vorgeschlagen, seien eher als „Freizeitrouten“ geeignet, so Schwarzl. „Die Zukunft des Radverkehrs besteht aber darin, ganzjahrestaugliche Radwege zu finden“. Entlang der Aldranser Straße sei etwa die Beleuchtung großteils schon da, auch Winterdienst wäre am geplanten Radweg vorgesehen und möglich.

Was eine ebenfalls oft geforderte Radweganbindung nach Igls angeht, hält Schwarzl die diskutierte Variante über die Sillschlucht und dann hinauf zur Igler Straße für „ganz schwierig“, auch weil der Hang dafür zu instabil sei. Sie präferiere hier eine Route über Aldrans und Lans nach Igls. (md)