Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 30.10.2019


Osttirol

Grüne auf Osttirol-Besuch: „Grüne Wirtschaft funktioniert“

Landesrätin Gabriele Fischer sagte bei einem Besuch, dass die Osttiroler nicht jammern, sondern einfach machen würden.

Michael Carli, Thomas Glanzer (Gasthaus Marinelli), Georg Kaltschmid und Gabriele Fischer (v. l.) haben sich beim Besuch ausgetauscht.

© Daniela AguMichael Carli, Thomas Glanzer (Gasthaus Marinelli), Georg Kaltschmid und Gabriele Fischer (v. l.) haben sich beim Besuch ausgetauscht.



Von Daniela Agu

Dölsach – Die grüne Landesrätin Gabriele Fischer, der grüne Landtagsabgeordnete Georg Kaltschmid und Michael Carli, Regionalsprecher der Grünen Wirtschaft Tirol, haben kürzlich drei Osttiroler Musterbetriebe besichtigt. Grünen-Bezirkssprecher Thomas Haidenberger begleitete die Delegation.

Als mustergültig gelten diese Firmen deshalb, weil sie ökologisch und nachhaltig geführt werden, also dem Treeday-Index entsprechen und mit regionalen Partnern kooperieren. Besichtigt wurden die Bäckerei Joast in Lienz, das Gasthaus Marinelli in Dölsach und Greenprint in Ainet. Die Bäckerei Joast hat durch die Verwendung heimischer Getreidesorten den Anbau in der Region wieder angekurbelt. Durch die hauseigene Vermahlung bleibt auch die Mehlproduktion in der Region. Das Gasthaus Marinelli mit Chef Thomas Glanzer in Dölsach punktet mit seinen Vollholz-Apartments, die über die hauseigene Solartechnik mit Energie versorgt werden, so wie auch der restliche Betrieb. Glanzer verwendet regionale Produkte. Greenprint erzeugt in Ainet mit ökologischer Verantwortung hochwertige Drucksorten. „Was ich an den Osttirolern so schätze, ist, dass sie nicht jammern und nicht darauf warten, dass die Politik die Rahmenbedingungen für Veränderung schafft. Sie machen einfach. So haben diese Betriebe gezeigt, dass grüne Wirtschaft ein zukunftsfähiges Konzept ist“, verkündete Michael Carli erfreut.

Fischer zeigte sich zufrieden und stolz. Als gebürtige Osttirolerin, beide Eltern waren Lehrer (der Vater unterrichtete in der Landwirtschaftlichen Lehranstalt, die Mutter im Klösterle), sieht sie die Entwicklung positiv. „Man hat in Osttirol nicht jeden Blödsinn mitgemacht“, findet sie, „dadurch bleibt nun viel Spielraum für Gestaltung.“ Besonders gefalle ihr die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern. Wer gerne arbeiten gehe, der bringe auch seine Leistung ohne einen 12-Stunden-Tag.

Haidenberger äußerte sich positiv über Bestrebungen, sich unabhängiger von Stromlieferanten zu machen. Er setze wie Joast und Marinelli auf Solarstrom und Elektroauto und sei höchst zufrieden. Gerade für Energie fließe zu viel Kapital ins Ausland. Die Elektromobilität brauche auch keine Tankstellen mehr.

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