Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 01.11.2019


Innsbruck

Neues Sammelsystem in Innsbruck: Müll wie vom Erdboden verschluckt

Weniger Lärm und Unordnung - mit einem Unterflursystem werden in Innsbruck neue Wege in der Abfallentsorgung beschritten.

BM Georg Willi inspiziert mit Franz Danler (IIG), Architekt Hanno Vogl-Fernheim, NHT-Chef Markus Pollo (NHT) und Thomas Pühringer (IKB, v. r.) das neue System im Pradler Saggen.

© IKB/VandoryBM Georg Willi inspiziert mit Franz Danler (IIG), Architekt Hanno Vogl-Fernheim, NHT-Chef Markus Pollo (NHT) und Thomas Pühringer (IKB, v. r.) das neue System im Pradler Saggen.



Von Denise Daum

Innsbruck – Was in anderen europäischen Städten gang und gäbe ist, bringen die Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB) in Zusammenarbeit mit der Neuen Heimat Tirol nun auch in Tirols Landeshauptstadt. Das so genannte Unterflursystem, bei dem anstelle von Müllhäuschen acht unterirdische Container zum Einsatz kommen, wurde erstmals bei der neu sanierten Südtiroler Siedlung in der Prinz-Eugen-Straße im Pradler Saggen realisiert.

Bürgermeister Georg Willi zeigte sich gestern bei einem Lokalaugenschein ganz angetan. „Das System hat viele Vorteile. So sind alle Entsorgungskomponenten direkt beim Haus, der Müll geht nicht über, die Geruchsbelästigung fällt weg und es ist auch viel ruhiger. Eine super Lösung“, bringt es Bürgermeister Willi auf den Punkt.

IKB-Chef Thomas Pühringer erklärt, dass das Fassungsvermögen der unterirdischen Container bei bis zu fünf Kubikmetern Abfall liegt. Das entspricht dem Volumen von 20 herkömmlichen Mülltonnen. Das bietet für die IKB insofern Vorteile, als dass weniger Entleerungen nötig sind. „Damit reduziert sich die Verkehrs- und Lärmbelastung für die Anrainer“, betont Pühringer. Laut Verordnung muss in der Stadt Innsbruck die Müll­entleerung einmal wöchentlich erfolgen. Da das bei der neuen Anlage aber gar nicht notwendig ist, verspricht Bürgermeister Georg Willi, die entsprechende Verordnung abzuändern.

NHT-Chef Markus Poll­o geht davon aus, dass mit dem neuen System aufgrund des reduzierten Reinigungs- und Instandsetzungsaufwands die Betriebskoste­n gesenkt werden können. Pollo bringt einen weiteren Vorteil ins Spiel: Es braucht die optisch nicht gerade schönen Müllhäuschen nicht mehr, wodurch sich neue Gestaltungsmöglichkeiten in den Innenhöfen ergeben. Rund 65.000 Euro wurden in das neue System investiert.

Die Innsbrucker Immobiliengesellschaft IIG zieht im Jänner nach und realisiert das Unterflursystem bei einem Wohnobjekt in der Kajetan-Sweth-Straße im O-Dorf.

Die Müllentsorgungsanlage verfügt über ein Schließsystem, für das nur die Bewohner der betreffenden Wohnanlage einen Schlüssel haben. Die Entleerung erfolgt mittels Spezialfahrzeug. Sollte sich das System bewähren, wovon die Verantwortlichen ausgehen, sollen weitere Standorte folgen.