Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 08.11.2019


Bezirk Kitzbühel

Baurestmassen-Zwischenlager in Kössen geplant

Bei der Bodenaushubdeponie in Kössen sollen u. a. Gleisschotter, Asphalt und Beton aufbereitet werden.

Symbolfoto.

© Julia HammerleSymbolfoto.



Von Michael Mader

Kössen – Zwischenlager für Baurestmassen scheinen derzeit groß in Mode zu sein: Auch in der Gemeinde Kössen ist derzeit eines geplant. Antragsteller ist die MUT Entsorgungsdienst GmbH aus Kufstein, die in Kössen schon die Bodenaushubdeponie „Hallbruck“ mit einer Gesamtfläche von ca. 33.100 m² und einer Gesamtkapazität von ca. 475.000 m³ betreibt. Ebendort wird von der MUT nun beabsichtigt, ein Zwischenlager samt Aufbereitung für Baurestmassen zu errichten und zu betreiben – und zwar vorerst am östlichen Rand der Bodenaushubdeponie. Laut Kundmachung des Amtes der Tiroler Landesregierung befindet sich der nächstgelegene Nachbar in einem Abstand von rund 100 Metern, nach Fertigstellung der Schüttphase I und II sind es dann rund 240 Meter.

Das Zwischenlager soll eine Fläche von ca. 4000 m² und ein Volumen von ca. 3500 m³ haben, was in etwa 5600 Tonnen entspricht. Die Jahresumschlagsmenge beträgt maximal 9990 Tonnen. Das Zwischenlager soll über einen Zeitraum von 20 Jahren betrieben werden. Zwischengelagert und auch aufbereitet werden sollen unter anderem Bauschutt, Straßenaufbruch, Bodenaushub, Betonabbruch, Gleisschotter, Bitumen, Asphalt und Einkehrsplitt. „Asbest ist nicht dabei, dazu besteht keine Notwendigkeit. Wir wollen die aufbereiteten Baurestmassen als Begrenzungsdämme für die Deponie verwenden“, sagt MUT-Geschäftsführer Erwin Obrietan im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung. Zur Abgrenzung des Zwischenlagers wird an dessen östlichem Rand ein ca. drei Meter hoher Wall aus Bodenaushub errichtet.

Durchschnittlich sei mit zwei bis fünf Lkw-Anlieferungen pro Tag zu rechnen – an Spitzentagen mit maximal 20 – was 40 Fahrbewegungen entspricht. Die Betriebszeiten sind von Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr und am Samstag von 7 bis 13 Uhr. Die Zufahrt erfolgt einerseits über die Straße zur Bodenaushubdeponie und andererseits über ein Rampe entlang der östlichen Böschung der zweiten Schüttphase.

Zum Einsatz wird eine mobile Brech- und Siebanlage kommen, deren Einsatzzeit bei der Einreichung mit jeweils 50 Stunden im Jahr angegeben worden ist.

Nachbarn können innerhalb von vier Wochen ab der Auflage des Antrages beim Gemeindeamt Kössen oder der Abteilung Umweltschutz im Landhaus in Innsbruck Einsicht nehmen und sich zum geplanten Projekt äußern.

Bürgermeister Reinhold Flörl war trotz mehrmaliger Versuche für eine Stellungnahme nicht erreichbar.




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