Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.11.2019


Bezirk Kitzbühel

Tirols größter Kreisverkehr ist für St. Johann gestorben

Um sich nicht selbst noch mehr Verkehr in den Ort zu holen, haben die Politiker dem vorgeschlagenen Riesenkreisel den Rücken gekehrt.

Die von Verkehrsexperte Klaus Schlosser vorgeschlagenen Kreisverkehre – hier im Bild die Variante mit dem Riesenkreisel – fanden bei den St. Johanner Mandataren keine Gegenliebe.

© MaderDie von Verkehrsexperte Klaus Schlosser vorgeschlagenen Kreisverkehre – hier im Bild die Variante mit dem Riesenkreisel – fanden bei den St. Johanner Mandataren keine Gegenliebe.



Von Michael Mader

St. Johann i. T. – Gemischte Gefühle hat im Vorjahr der Vortrag des Verkehrsexperten Klaus Schlosser über mögliche Lösungen gegen den täglichen Stau in der Marktgemeinde St. Johann ausgelöst. Grundlage für die von Schlosser erstellte Studie, die er zusammen mit Christian Molzer, Leiter der Abteilung Verkehr und Straße beim Amt der Tiroler Landesregierung, und Baubezirksamtsleiter Erwin Obermaier den St. Johanner Gemeinderäten präsentierte, sind Verkehrszählungen und Verkehrsstromanalysen. Ein Hauptproblem orteten die Experten damals bei den 24.500 Kraftfahrzeugen pro Tag, die mit zwei Fahrstreifen kein Auslangen finden ­würden.

Als mögliche Lösung präsentierte Schlosser im Norden eine Ampel und im Süden bei der „Egger-Kreuzung“ mehrere Kreisverkehrsvarianten. Unter anderem mit einem Durchmesser von 80 Metern sogar den größten in Tirol.

„Das haben wir abgeblasen. Darauf haben wir uns auch im Verkehrsausschuss verständigt“, teilt Bürgermeister Hubert Almberger mit. Durch diese Lösung würde nach Ansicht der Mandatare zu viel Verkehr in den Ort gezogen und das wolle man nicht. Auch würden dann viele die Umfahrung nützen, um nach Fieberbrunn zu kommen. Almberger: „Allerdings wollen wir diesen Bereich im künftigen Raumordungskonzept frei halten, um uns unter anderem die Idee mit dem Horntunnel nicht selbst zu verbauen.“ Der Wunsch der St. Johanner Politiker in diesem Bereich wäre eine Überführung – das habe man dem Baubezirksamt auch mitgeteilt.

Die Ampellösung im Süden der Marktgemeinde funktioniere seiner Ansicht nach gut: „Auch wenn es immer jemanden geben wird, dem das nicht gefällt.“ Für ihn sei eine sichere Zufahrt zu den Geschäften und Betrieben wichtig.

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Für den nördlichen Bereich von St. Johann hat Schlosser aus verkehrsplanerischer Sicht einen Ausbau des Bestandes mit einer ähnlichen Ampellösung wie im Süden vorgeschlagen. Das jedenfalls stößt beim Almberger auf wesentlich mehr Gegenliebe als der Riesenkreisel. „Die Ampellösung wäre auch meine Intention. Irgendwann müssen wir uns dann an die Umsetzung machen“, bekräftigt Almberger, der betont, dass ihn das Verkehrsthema nicht erst seit der Übernahme des Bürgermeisteramtes sehr beschäftige.