Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 15.11.2019


Bezirk Kufstein

Wörgl auf dem Weg zur Fußgängerzone

Gemeinderat leitet Verfahren für eine Mini-Fußgängerzone ein. Vor dem Beschluss soll es einen „Ideenwettbewerb“ geben.

Für Gemeinderat Michael Riedhart (rechts) ist die Wörgler Bahnhofstraße nicht als Fußgängerzone geeignet.

© OtterFür Gemeinderat Michael Riedhart (rechts) ist die Wörgler Bahnhofstraße nicht als Fußgängerzone geeignet.



Von Wolfgang Otter

Wörgl – Man beschließe heute noch keine Fußgängerzone – das stellte Bürgermeisterin Hedi Wechner zu Beginn der jüngsten Wörgler Gemeinderatssitzung klar. Aber mit dem mehrheitlichen Beschluss, das Verfahren für die Schaffung einer generell verkehrsfreien Zone einzuleiten und ein Verkehrsgutachten zu erstellen, haben sich die Wörgler Mandatare auf den Weg in diese Richtung gemacht. Dabei geht es vorerst um die Untersuchung des ersten Abschnitts von der Kreuzung der Fritz-Atzl-Straße bis zur Poststraße. Also jenem Teil, den man bereits vor sechs Jahren zur Fußgängerzone machen wollte. Der heftige Protest der Bewohner der Bahnhofstraße und der umliegenden Straßenzüge verhinderte das Vorhaben. Bürgermeisterin Hedi Wechner ließ auf Anfrage von Grün-GR Richard Götz keinen Zweifel daran, dass diese FuZo oder zumindest eine Begegnungszone sich eines Tages über die ganze Bahnhofstraße erstrecken soll. Einen Zeitplan habe sie aber noch nicht.

Die nunmehr angepeilte Mini-Fußgängerzone soll sich aus einem Ideenwettbewerb ergeben, daraus würden dann „Konzepte abgeleitet“, wie die Stadtchefin sagte. Dann schlage auch die Stunde der Gespräche und Informationen für die Betroffenen. „Diese Gespräche werden ganz intensiv zu führen sein“, wie BM Wechner aufklärte.

Ganz ohne Konflikt ging die Beschlussfassung auch in der Gemeinderatssitzung nicht vor sich. Besonders die Volkspartei stemmte sich gegen das Projekt. GR Michael Riedhart (Junge Wörgler Liste) stellte die Frage „Was verspricht man sich von der Fußgängerzone?“ in den Raum. Gegenfrage von Wechner: „Was erwartest du in Innsbruck von der Fußgängerzone in der Maria-Theresien-Straße?“ Antwort Riedharts: „Historische Gebäude und eine Altstadt. Aber all das haben wir in Wörgl nicht. Die Fußgängerzone lebt von den Menschen, die hier einkaufen gehen“, konterte der JWL-Mandatar. Er warnte davor, einen „Probegalopp auf dem Rücken der Wirtschaftstreibenden abzuhalten. Hier geht es um Existenzen.“ Die Bahnhofstraße erfülle nicht die Voraussetzungen für die FuZo.

„Wer etwas verwirklichen will, findet Gründe, wer etwas verhindern will, findet Gründe“, konterte Wechner. Es sei wichtig, einen Versuch zu wagen. „Wir haben zwar keine Altstadt, aber es gibt andere Möglichkeiten, die Bahnhofstraße so zu gestalten, dass sie zum Flanieren einlädt. Gib uns, den Betreibern und dir, eine Chance, eine Fußgängerzone zu erleben.“ Die Mehrheit des Gemeinderates konnte sich anschließen.

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