Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 15.11.2019


Bezirk Schwaz

Lawinenverbauung in Finkenberg kommt mit Verspätung

Die seit Jahren von Anrainern im Finkenberger Weiler Astegg geforderte Lawinenverbauung soll heuer noch fertig gestellt werden.

Dienstagfrüh musste die Straße nach Astegg wegen Lawinengefahr neuerlich gesperrt werden. Inzwischen ist sie wieder offen.

© Ortsgruppe AsteggDienstagfrüh musste die Straße nach Astegg wegen Lawinengefahr neuerlich gesperrt werden. Inzwischen ist sie wieder offen.



Von Angela Dähling

Finkenberg – Dienstagmorgen war der Frust groß im Finkenberger Ortsteil Astegg. Grund: Die schmale Bergstraße zum Weiler war aufgrund von Lawinengefahr gesperrt. „Wie jedes Mal, sobald es zehn, 15 cm schneit“, ärgert sich ein Astegger Bauer, zu dem der Milchwagen der Sennerei an diesem Morgen nicht fahren konnte. Die TT hat bereits mehrfach über das Problem berichtet. Was den Finkenberger, der namentlich nicht genannt werden will, zusätzlich ärgert: „Es kommt zwar jetzt endlich die lang geforderte Lawinenverbauung, aber der Baustart ist erst vor wenigen Tagen erfolgt – also viel zu knapp vorm Winterbeginn.“

Die Straßensperre konnte glücklicherweise bereits Dienstagmittag wieder aufgehoben werden, nachdem der Schnee, der vom steilen Wiesenhang auf die Straße gerutscht war, von der Gemeinde geräumt worden war. Auch der Finkenberger Vizebürgermeister Tobias Fankhauser bedauert, dass erst jetzt mit den Schutzbaumaßnahmen begonnen wird. „Der Baustart war eigentlich früher geplant. Wahrscheinlich hatte die Wildbach- und Lawinenverbauung dringende Projekte, die den Vorzug hatten“, vermutet er. Josef Plank, Gebietsbauleiter der Wildbach- und Lawinenverbauung, dementiert: „Nein, es waren rein formale Gründe. Das Projekt fällt ins Sonderlawinenschutzprogramm und es dauerte, bis alles geklärt und die Mittel freigegeben wurden.“

Laut Plank soll die Verbauung noch heuer fertig gestellt werden – sofern der Schnee noch mal wegtaut. Mittels so genannter Gleitschneeböcke – 1,50 m hohe „Schneenasen“ – soll das Abrutschen des Schnees auf dem steilen Wiesenhang verhindert werden. „Die Fläche wird danach aufgeforstet, durch die Bäume ist natürlicher Lawinenschutz gegeben“, erklärt Josef Plank weiter. Dem Bauern, dem die Wiese gehörte, habe man durch die Agrargemeinschaft eine bewaldete Ersatzfläche zum Tausch anbieten können. Sie soll stattdessen gerodet werden.