Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.11.2019


Bezirk Landeck

Fließer Wiesen als Nebenschauplatz der Gletscherehe

Die Gemeinde Fließ bietet Ausgleichsflächen für den geplanten Zusammenschluss der Gletscherskigebiete an.

Pitztal mit Blick auf das Gletscher-Skigebiet.

© Foto TT/Rudy De MoorPitztal mit Blick auf das Gletscher-Skigebiet.



Von Matthias Reichle

Fließ – Es ist weit weg vom Skigebietszusammenschluss zwischen dem Ötztal und dem Pitztal. Trotzdem dürften Feuchtwiesen in der Fließer Harbe zum Nebenschauplatz der derzeit umstrittenen Gletscherehe werden. Die Gemeinde stellt die Biotope auf rund 1600 Metern Seehöhe nämlich als potenzielle Ausgleichsflächen für den geplanten Natureingriff zur Verfügung. „Als Gegenmaßnahmen für das, was sie dort verletzten“, erklärt Bürgermeister Hans-Peter Bock.

„Wir haben 10 bis 15 Hek­tar im Bereich Harbe“, betont er. Diese Flächen im Gemeindebesitz werden nicht landwirtschaftlich bewirtschaftet oder gepflegt – „es ist Natur“. Für die Bauern seien sie nicht mehr interessant. Die Gemeinde hat bereits den Grundsatzbeschluss gefasst, die Wiesen zu verpachten – zuletzt wurde das Angebot mit mehreren Bedingungen verknüpft, es läuft demnach bis Ende 2021.

Eine Vereinbarung über einen konkreten Pachtvertrag gibt es noch nicht, man will das Verfahrens abwarten, so Bock. Er geht davon aus, dass den Projektbetreibern im Bescheid solche Ersatzflächen vorgeschrieben werden, die dann gepflegt und gemäht werden müssen.

„Die Kompensionsflächen sind bereits Teil der Einreichunterlagen“, bestätigt Eberhard Schultes von der Pitztaler Gletscherbahn – dazu benötigt man eine grundsätzliche Zustimmung der Grundeigentümer. Insgesamt bietet man für das Projekt 74 Hek­tar an: 54 Hektar als Ausgleich für das „Schutzgut Tier“ und 33 Hektar für das „Schutzgut Pflanze“, wobei es hier Überschneidungen gebe.

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Insgesamt fünf Hektar davon befinden sich in Fließ, der Rest in der Gemeinde St. Leonhard – dort, wo der Großteil des Projekts umgesetzt wird. Für einen konkreten Pachtvertrag sei es bei einem Verfahren, das sich noch einige Jahre hinziehen werde, noch zu früh, so Schultes. Bei den Kompensationsflächen handle es sich meist um Wiesen, die nicht bewirtschaftet werden und deshalb verbuschen und verwachsen. Sie erhalten dann eine jährliche Pflege.