Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 29.11.2019


Bezirk Reutte

Krisenstimmung in Höfen: Kein Skibetrieb am Hahnenkamm

Reuttener Bergbahnen haben keine Genehmigung für Beschneiung. Am Donnerstag gab es noch eine Krisensitzung im Planungsverband.

Von Seiten der Behörden wäre gegen die Beschneiungsanlagen nichts einzuwenden, sagt Bahnen-Chef Peter Gerber. Vielmehr hake es am Nein des Grundeigentümers, der Agrar und der Gemeinde Höfen.

© Reuttener BergbahnenVon Seiten der Behörden wäre gegen die Beschneiungsanlagen nichts einzuwenden, sagt Bahnen-Chef Peter Gerber. Vielmehr hake es am Nein des Grundeigentümers, der Agrar und der Gemeinde Höfen.



Von Alexander Paschinger
Höfen — Die Probleme zwischen der Gemeinde Höfen sowie der dortigen Gemeindegutsagrar und der Führung der Reuttener Bergbahnen sind bekannt. Am Donnerstag erreichte man eine neue Eskalationsstufe: Nachdem BM Vinzenz Knapp bei der Kollaudierung (behördliche Abnahme) der Beschneiungsanlagen am Mittwoch als Substanzverwalter die Zustimmung versagte, konnte kein gültiger Bescheid ausgestellt werden. Bergbahnen-Chef Peter Gerber reagierte am Mittwochnachmittag gegen 16.30 Uhr auf der Homepage der Bahnen: „Ohne künstliche Schneeerzeugung ist Skifahren am Hahnenkamm nicht möglich! In weiterer Folge sind wir auf Grund der Entscheidung von Bürgermeister Knapp und des gesamten Gemeinderates gezwungen, den Skibetrieb am Hahnenkamm in Höfen einzustellen." Die Zukunft des Hahnenkamms in Höfen liege nun „allein in den Händen des Bürgermeisters Knapp und des gesamten Gemeinderates", schreibt er.

Knapp bestätigte am frühen Donnerstagnachmittag, dass es Probleme, aber „momentan kein Ergebnis" gebe. Am Donnerstag gab es jedenfalls noch Gespräche zwischen Gemeinde, Agrar, Planungsverband und TVB. Diesen wollte er nicht vorgreifen, er deutete aber an, dass „es durchaus dramatisch" werden könnte. Weiters wollte er sich im Vorfeld nicht äußern.

„Ohne die Zustimmung des Grundeigentümers gibt es keinen gültigen Bescheid", weiß auch Planungsverbandsobmann und WK-Bezirksstellenleiter Wolfgang Winkler. Er hatte bereits am Mittwoch, nachdem das Nein der Gemeinde Höfen durchgedrungen war, zu einer Verbandssitzung am Donnerstagabend eingeladen. „Wir wollen uns nicht auf irgendeine Seite schlagen", beteuerte Winkler im Vorfeld dieser Sitzung, „uns geht es um die Bedeutung des Hahnenkamms für die Region." Winkler streicht sowohl die touristische als auch die Bedeutung des Reuttener Hausberges für die Einheimischen hervor.

Bergbahnen-Chef Gerber hatte sich in einem dreieinhalbseitigen offenen Brief Luft gemacht. „Bürgermeister Knapp und der gesamte Gemeinderat von Höfen versuchen, in einer unzulässigen Art und Weise, uns zur Unterzeichnung dieses Dienstbarkeitsvertrages zu zwingen", schreibt Gerber. Darin gehe es um eine Interessenvereinbarung, eine sieben Meter breite Trasse der Piste für Fahrzeugverkehr sowie eine zeitliche Einschränkung der Pistenpräparierung. Dies sei „keine geeignete Basis für eine konstruktive Verhandlung", so Gerber. Auch betonte der Steuerberater, dass in den kommenden Jahren eine Gesamtinvestition von rund zehn Millionen Euro in Infrastrukturen am Reuttener Hausberg vorgesehen wäre.

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Eigentlich wäre der 14. Dezember — bei geeigneter Schneelage — der Starttermin in die diesjährige Saison am Reuttener Hahnenkamm. Ob sich das ausgeht, wird wohl noch von den Verhandlungen der beiden Konfliktparteien und dem Verhandlungsgeschick abhängen.