Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 04.12.2019


Bezirk Kitzbühel

Checkliste soll Gemeinden im Bezirk Kitzbühel bei Kontrollen helfen

Kitzbühels Bezirkshauptmann arbeitet eine Checkliste aus, um den Gemeinden beim Kampf gegen illegale Freizeitwohnsitze zu helfen.

In der Oberwindau in Westendorf kann sich Bastian Schweinsteiger bald über die schöne Aussicht freuen, wenn er auch hier wohnt.

© Harald AngererIn der Oberwindau in Westendorf kann sich Bastian Schweinsteiger bald über die schöne Aussicht freuen, wenn er auch hier wohnt.



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Die Diskussion um illegale Freizeitwohnsitze im Bezirk Kitzbühel ist kein­e neue. Vor allem Kitz­bühel und seine Nachbardörfer kämpfen schon lange damit. Doch das Problem weitet sich immer mehr aus. Und durch viele anonyme Anzeigen wird das Ganze noch einmal angeheizt.

Damit steigt der Druck auf die Gemeinden, trotz der schwierigen rechtlichen Lage die Nutzung der Immobilien intensiver zu kontrollieren. „Wir müssen hier einfach etwas unternehmen“, sagte etwa Westendorfs Bürgermeisterin Annemarie Plieseis bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Der Brixentaler Ort ist zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil der ehemalige Fußballstar Bastian Schweinsteiger dort ein Haus errichten lässt. Auf einem Grundstück mit Hauptwohnsitzwidmung. Das heißt, er müsste seinen Lebensmittelpunkt nach Westendorf verlegen.

Um die Gemeinden zu unterstützen, ist derzeit Kitzbühels Bezirkshauptmann Michael Berger dabei, einen Leitfaden zu erstellen. Eingebunden sind auch zwei Bürgermeister und Experten. „Uns ist es wichtig, dass wir nicht durch eventuelle Verfahrensfehler unsere Positio­n verschlechtern“, schildert Stefan Jöchl. Er ist Bürgermeister in Reith und einer der beiden eingebundenen Ortschefs. Mit über 70 Anzeigen ist seine Gemeinde auch im Spitzenfeld bei den anonymen Anzeigen gegen illegale Hauptwohnsitze.

„Wir sind sehr froh über diese Hinweise. Es macht aber einen Unterschied, ob man jemanden aufgrund vager Angaben anzeigt oder ob es dann rechtlich beweisbar ist“, sagt Jöchl. Man werde natürlich jeder Anzeig­e nachgehen, und es sei auch nicht so, dass die Gemeinden bisher untätig gewesen wäre­n.

„Nicht alle Gemeinden sind gleich gut aufgestellt. Dieser Leitfaden soll eine Hilfestellung sein“, sagt Bezirkshauptmann Michael Berger. Die Idee dazu wurde bei einer Bürgermeisterkonferenz geboren. Es gehe um eine gleichmäßige und korrekt­e Abwicklung der vermehrt anfallenden Anzeigen. Koordiniert werden soll auch der Ablauf, damit Strafbehörde und Baubehörde nicht doppelgleisig fahren. Wann der Leitfaden fertig sein soll, ist noch nicht fixiert. „Wir werden aber sicher noch zwei bis drei Treffen brauchen“, sagt Berger.