Letztes Update am Fr, 16.12.2011 17:20

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Landespolitik

„Occupy Innsbruck“ auf der Suche nach neuem Platz für Zeltlager

Am Montag müssen die Besetzer den Boznerplatz verlassen. Aber die von der Stadt angebotenen Alternativstandorte sind laut Georg Pleger, Sprecher der Bewegung, nicht geeignet.

© Jan HetfleischSeit dem 11. November campieren die Finanzsystem-Kritiker, nach dem US-Vorbild „Occupy Wall Street“, am Boznerplatz.



Innsbruck – Mehr als eine Woche campieren die Anhänger der Protestbewegung „Occupy Wall Street“ nun schon am Innsbrucker Boznerplatz. Montagmittag muss das Zeltlager auf Anordnung der Stadtverwaltung jedoch geräumt werden, erklärt Georg Pleger, Sprecher von „Occupy Innsbruck“ im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung. Grund dafür sei die Parkordnung, die das Campieren hier untersagt.

Dies sei an sich nicht das Problem, aber laut Pleger sind die von der Stadt angebotenen Alternativen „nicht akzeptabel“. „Vizebürgermeister Gruber hat uns einen Platz beim DEZ draussen angeboten, aber das kommt für uns nicht in Frage,“ meint Pleger. „Dort werden wir von der Bevölkerung überhaupt nicht wahrgenommen“.

Waltherpark im Gespräch

Der Wunsch der Finanzsystem-Kritiker ist es, ihr Zeltlager künftig im Waltherpark gegenüber des Metropolkinos aufzuschlagen. Doch dies wurde in Gesprächen mit Polizei und Stadtverwaltung vorläufig nicht gestattet. „Jetzt geht es darum, schnell zu klären wie es weiter gehen soll,“ betont Pleger.

Gegründet wurde „Occupy Innsbruck“ nach dem US-Vorbild „Occupy Wall Street“. Doch anders wie ihr New Yorker Pendant, hat die Tiroler Protestbewegung nicht vor, monatelang im Besetzerzustand zu verharren. Vielmehr soll ein Signal gesetzt und Vertreter aus Politik und Wirtschaft dazu eingeladen werden, „Grundsatzfragen zu unserem Geldsystem und einer Demokratiereform“ zu diskutieren. Zudem sollen Bürger über die aktuellen Missstände aufgeklärt werden.

Starke Vernetzung

Es brauche grundlegende Veränderungen im Bereich des Geldsystems, erklärt Pleger. Die Finanzwirtschaft habe viel zu großen Einfluss auf den Prozess der Geldschöpfung. „Occupy Innsbruck“ unterstützt in diesem Zusammenhang die Idee des Berliners Josef Huber, welche auf www.monetative.org dargelegt wird. Zudem würden natürlich die Forderungen der globalen „Occupy“-Bewegung mitgetragen. Hier herrsche eine starke Vernetzung, insbesondere mit „Occupy“-Aktionisten in anderen österreichischen Städten, aber auch mit den Globalisierungskritikern von Attac.

Danach gefragt, ob sie sich mit ihrer Aktion am Boznerplatz ernst genommen fühlten, entgegnete Pleger: „Wir haben großen Zuspruch aus verschiedenen Teilen der Bevölkerung bekommen. Sogar positives Feedback von Wirtschaftsleuten, womit wir nicht wirklich gerechnet haben, ist da“. Am Donnerstagabend hat Christine Baur von den Tiroler Grünen in der Vollversammlung teilgenommen, die SPÖ kündigte sich für Montag an.

Im Schnitt würden rund zehn Personen in dem Zeltlager übernachten, erzählt Pleger. „Bei der Vollversammlung am Freitagabend waren 23 Personen anwesend“. (siha)




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