Letztes Update am Sa, 15.09.2012 19:12

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Landespolitik

SPÖ: Samariter, Naturfreunde und ASKÖ gehen



Innsbruck – Das neue Transparenzgesetz mit der Spendenoffenlegungspflicht führt jetzt bei prominenten Vorfeldorganisationen der SPÖ zu Konsequenzen: Der Sport-Dachverband, die Naturfreunde und die Rettungsorganisation Arbeiter-Samaratiter-Bund verabschieden sich aus der Sozialdemokratie. Man habe nichts zu verbergen, wolle den Funktionären aber nicht zumuten, alle Förderungen offenzulegen, heißt es.

Der designierte SPÖ-Landesrat und Vorsitzende der Naturfreunde Tirol, Thomas Pupp, sieht dadurch jedoch keinen Identitätsverlust. „Wir sind uns unserer Wurzeln bewusst, aber wir verstehen uns nicht als parteipolitische Organisation.“ Rund 4500 Mitglieder haben die Tiroler Naturfreunde, nur ein kleiner Teil sind auch Parteimitglieder. Pupp definiert die Naturfreunde als Freitzeit­organisation mit einem breiten Spektrum von Natur-, Sport- und Erlebnis-Angeboten. Mit wenigen Ausnahmen habe es in Tirol keine persönlichen Verquickungen mit der SPÖ gegeben. „So gesehen berührt uns der Trennstrich nicht. Dass die Naturfreunde aus der Arbeiterbewegung hervorgegangen sind, bleibt ja ein unverrückbares Faktum.“ In der Zeit des Austrofaschismus und der Naziherrschaft von 1934 bis 1945 war die Naturfreunde-Organisation verboten.

Tirols ASKÖ-Präsident und SP-Mandatar Klaus Gasteiger argumentiert ähnlich: „Es geht um den Schutz unserer Funktionäre. Grund ist das neue Medientransparenzgesetz.“ Als dritte Organisation zieht der Arbeiter-Samariter-Bund die Reißleine. Durch ihren Austritt verlieren die Organisationen aber ihre Mitbestimmungsrechte am SPÖ-Parteitag. Dazu Klaus Gasteiger: „Bisher hatten wir zwei Delegiertenkarten am Landesparteitag, das gibt es künftig nicht mehr.“ Gast­delegierte können wir jedoch weiter bleiben.

Keine Probleme mit dem Transparenzgesetz hat die ÖVP-nahe Sportunion. „Wir sind eigenständig und nicht wie die ASKÖ mit der Partei verbunden“, sagt der Präsident der Sportunion Tirol, Günther Mitterbauer. (pn)




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