Letztes Update am So, 21.10.2012 19:24

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


"Team Stronach"

Team Stronach fordert klare Distanzierung von Königshofer

Gewitterwolken ziehen beim Team Stronach in Tirol auf: Grund sind die Verbindungen ihres Tirol-Manns Alois Wech-selberger von der Liste Tirol.



Innsbruck – Seit seinem erzwungenen Abschied von der FPÖ versucht der Zillertaler Alois Wechselberger politisch in Tirol Fuß zu fassen. Zuletzt organisierte der Rechts-Politiker, der seit Jahren gegen Migration und die drohende Islamisierung wettert sowie Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder wegen dessen Politik der dynamischen Autonomie für Südtirol als „römischen Knecht“ bezeichnet, den Auftritt von Frank Stronach in Innsbruck. Als Sprachrohr dient Wechselberger und seiner Tiroler Patriotenliste ein dubioser Internet-Blog, mit dem er eng in Verbindung steht. Wegen der großteils heftigen und diffamierenden Attacken gegen Staat, Kirche, Migranten und liberal denkende Menschen wurde anfangs vorsorglich auf ein Impressum verzichtet, seit April werden Verantwortliche mit Adressen in Ungarn und Moskau (!) ge- nannt. Dass Wechselberger, der von Stronach beauftragt wurde, ein Team in Tirol aufzubauen, jedoch mit dem aus der FPÖ ausgeschlossenen Ex-Nationalrat Werner Königshofer eng politisch zusammenarbeitet, lassen jetzt bei Stronach-Sprecher NR Robert Lugar die Alarmglocken schrillen.

„Wir sind eine Partei der Mitte, mit Königshofer und diesem Gedankengut wollen wir nichts zu tun haben“, betont Lugar. Dass Wechselberger die politischen Auftritte seiner Patrioten gemeinsam mit Königshofer als ständigen Gastreferenten bestreite, davon wisse er nichts, fügt Lugar im TT-Gespräch hinzu. Doch das sind nicht die einzigen gemeinsamen Aktivitäten, in vielen gesellschaftspolitischen Fragen marschieren Königshofer und Wechselberger gemeinsam, wie besagter Internet-Blog dokumentiert.

Lugar fordert deshalb eine klare Distanzierung Wechselbergers von Königshofer. „Bisher hat Wechselberger lediglich erklärt, Königshofer sei ein Freund von ihm.“ Möglicherweise dürfte es in den nächsten Tagen zu einer ernsten Aussprache zwischen Lugar und Wechselberger kommen. Denn immer wieder wird in dem dubiosen Internet-Blog, mit dem Wechselberger kooperiert, auch gegen Israel und das Judentum gehetzt wie in der Debatte um die Beschneidung. Selbst Markus Rogan musste für eine Israel-Diffamierung herhalten.

„Nicht umsonst hat der Wiener nicht sehr viele Freunde, hier hat er wohl auch etwas gemein mit den Juden, die weltweit auch gerade nicht viele Freunde haben. Es ist gut möglich, dass sich Rogan gerade deshalb zu einer US-amerikanischen Jüdin hingezogen fühlt. Er spricht bereits von Heirat und dem Wechsel zum Judentum!“, hieß es Ende Juli tagelang in dem Blog. Erst als sich interner Protest regte, wurde die Passage am 3. August gestrichen und bedauert, dass auf Rogans jüdische Freundin kritisch eingegangen wurde.

Für viel Gesprächsbedarf dürfte im Team Stronach in Tirol jedenfalls gesorgt sein. (pn)




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