Letztes Update am Mi, 07.11.2012 11:33

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Landespolitik

Lärm-Petition findet Gehör

Der Landtag debattiert über Lärmbelastung. ÖVP und SPÖ plagt die Lärmkommission.



Innsbruck – Die Petition des Innsbrucker Internisten Maximilian Ledochowski wird im Landtag diskutiert. Der Arzt hatte über Jahre seine Patienten befragt und herausgefunden, dass sich ein Drittel davon lärmbelästigt fühlt. Lärm wirke sich negativ auf die Gesundheit aus. Aufgrund der Topographie breite sich bei uns Lärm besonders stark aus. „Das ist wie im Amphitheater“, erklärt Ledochowski. Er und Arztkollegen verfassten deshalb eine Petition an den Landtag. Darin wird gefordert, die EU-Umgebungslärmrichtlinie einzuhalten und eine Lärmkommission einzurichten. Lärmgeplagte sollten eine Anlaufstelle haben. So weit der Plan.

Jetzt haben sich die Oppositions- und die Regierungsparteien des Themas angenommen. Deshalb wird es auch im Landtag diskutiert. Misstöne gibt es allerdings zwischen ÖVP und SPÖ. „Verwundert“ zeigt sich SP-Vizepräsidentin Gabi Schiessling über VP-Klubobmann Josef Geisler. Der habe bereits vor der parlamentarischen Behandlung des Themas wissen lassen, „dass es seitens der ÖVP keine Zustimmung für eine Lärmkommission geben wird“. Schiessling kann sich vorstellen, einen ständigen Untersuchungsausschuss einzurichten. Keine Kommission, aber eine Arbeitsgruppe solle eingerichtet werden, erklärt Geisler. Er will „das Thema gründlich analysieren“.

Mit Petitionen bis zur Landtagsdebatte durchzukommen, ist in Tirol schwerer als in anderen Bundesländern. Die Grünen forderten gestern, dass jede Petition verpflichtend im Landtag diskutiert werden sollte. Petitionen können von Einzelpersonen eingebracht werden. Auch die Grünen wollen, dass eine Lärmkommission eingerichtet wird. (aheu)




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