Letztes Update am Mi, 26.02.2014 23:14

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Politische Uneinigkeit bei Natura-2000 Nominierungen

Während LHStv. Felipe für eine Natura-2000 Nominierung der Isel und ihrer Zubringerflüsse ist, spricht sich LHStv. Geisler gegen einen Schutz aus.



Innsbruck – Tirols Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) ist für eine Natura-2000 Nominierung der Isel und ihrer Zubringerflüsse. Dies erklärte sie am Dienstag im Rahmen einer Regierungspressekonferenz in Innsbruck. Sie vertritt damit eine andere Meinung als Tirols Energiereferent LHStv. Josef Geisler (ÖVP), der sich gegen einen Schutz der Isel ausgesprochen hatte, die Tiroler Tageszeitung berichtete. „Wir werden sicher nicht die Isel und noch dazu die Zubringerflüsse unter Schutz stellen“, erklärte Geisler. Siehe TT-Artikel „Natura 2000 wird zur Kraftprobe“: http://go.tt.com/1k6TWBE

Felipe hingegen meinte, sie sehe bei der Isel einen großen Handlungsbedarf und dies relativ rasch. Trotzdem betonte die Landeshauptmannstellvertreterin, die Bevölkerung in alle Nachnominierungsentscheidungen für die Natura-2000 Gebiete miteinbeziehen zu wollen.

Sie wolle in allen möglichen Schutzgebieten eine „Überzeugungs- und Motivationstour starten“. „Ich sehe hier aber gerade bei den Bewohnern der Isel-Region eine große Zustimmung“, fügte Felipe hinzu. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) unterstrich indes, dass erst nach dem Diskussionsprozess mit den betroffenen Bewohnern feststehen werde, welche Gebiete nominiert werden sollen.

Tiwag-Chef Bruno Wallnöfer, sieht für die Realisierung des Kraftwerks am Tauernbach in Matrei in Osttirol kaum Perspektiven, sollten die Isel und die Zubringerflüsse Natura-2000 Schutzgebiete werden, sagte er gegenüber der TT. Auch Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer (ÖVP) meinte in einer Aussendung, dass die Nennung von weiteren Natura-2000 Gebieten den Bau von neuen Wasserkraftwerken dort unmöglich machen werde. Die Politik müsse sich entscheiden, ob eine kurzfristige Störung der Alpenschneehühner die Energieunabhängigkeit eines ganzen Landes gefährden darf, betonte er. (APA)




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