Letztes Update am Mi, 05.03.2014 06:25

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Landespolitik

Elektronische Werbetafeln füllen Akten der Behörden

Landecker Betreiber bekämpft Abbruchbescheid beim Höchstgericht. Naturschutzabteilung der BH Landeck verweist auf das Landschaftsbild.



Von Helmut Wenzel

Landeck, Zams – Ein Kleinunternehmer mit Werbeagentur im Bezirk Landeck glaubt­e, eine „Einnahmequelle rund um die Uhr“ entdeckt zu haben. Der Mann (Name (der Red. bekannt) montierte vor wenigen Jahren so genannte „LED Mediawalls“ (elektronische Werbetafeln), wie sie in Großstädten vielfach zu finden sind, im Raum Landeck.

Die behördlichen Auflagen dürfte der Betreiber etwas unterschätzt haben. Eine der Tafeln musste auf Anordnung des Baubezirksamtes bereits abmontiert werden. „Die Tafel war unweit eines Kreisverkehrs montiert, die nötigen Abstände sind nicht eingehalten worden“, weiß Günther Heppke vom Baubezirksamt in Imst. „Die Aufmerksamkeit der Autofahrer wird beeinträchtigt, was zu Unfällen führen kann.“

Etwas langwieriger ist der Fall der „Mediawall“ an der Hauptstraße unweit des Land­ecker Bahnhofs. Für dies­e Tafel „kassierte“ der Betreiber vor rund zwei Jahren einen Abbruchbescheid der BH Landeck. Der Bescheid sei auf Grundlage des Tiroler Naturschutzgesetzes ausgestellt worden, erläutert Manue­l Wolf, Referatsleiter für Natur und Umwelt. „Es gibt Bestimmungen zum Schutz des Landschaftsbildes.“

Der Sprecher des Betreibers hält diese Begründung für lächerlich. Die Vorgangsweise der Behörde sei „eine Pflanzerei“. Außerdem sei keinerlei Bewilligung nötig, wenn sich die Werbetafel auf einem Betriebsgebäude mit Aufenthaltsräumen befindet, schilderte der Sprecher. Die Tafel ist allerdings nicht auf, sondern unmittelbar neben dem ARBÖ-Stützpunkt verankert. „Mit derartigen Spitzfindigkeiten will man uns vertreiben“, mutmaßen die Agentur­betreiber verärgert.

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Der Instanzenweg zum Amt der Tiroler Landesregierung blieb dann später ebenfalls ohne Erfolg – der Abbruchbescheid wurde bestätigt und damit rechtsgültig.

Jetzt liegt der Akt zur Revision beim Verwaltungs­gerichtshof (VwGH) in Wien. „Ich bin mir sicher, dass wir nichts Unrechtes gemacht haben“, zeigt sich der Sprecher der Werbeagentur optimistisch. „Daher nehmen wir auch entsprechende Kosten in Kauf.“ Er vermutet, dass in einem ähnlichen Fall mit einer neuen „Mediawall“ am Venet-Parkplatz in Zams mit „anderen Maßstäben“ gemessen werde.