Letztes Update am Do, 22.05.2014 08:19

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Söll

Mit einer Blitzkarriere auf den Sessel des Ortschefs

Alois Horngacher, erst seit 2010 im Gemeinderat, wurde von den Mandataren zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Söll gewählt.



Von Wolfgang Otter

Söll – Es war eine demokratische Selbstverständlichkeit, dass die SPÖ-nahe Liste „Gemeinsam für Söll“ mit Herbert Hagmann einen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl bei der montäglichen Gemeinderatssitzung aufgestellt hat. Chancen hatte er gegen Alois Horngacher von der VP-Liste „Die Heimat – Bauernliste für alle Söller“ aber keine. So fiel dann auch das Wahlergebnis der 15 Gemeinderatsmitglieder ganz eindeutig aus. Elf Stimmen erhielt Alois Horn­gacher, vier Herbert Hagmann. Damit hat die Gemeinde Söll seit Montagabend wieder einen Bürgermeister. Bis dahin hatte daher Vizebürgermeister Sepp Ager die Geschäfte der Gemeinde geführt. Vorangegangen war der Rücktritt von Langzeitbürgermeister Hans Eisenmann. Dieser hatte diesen Schritt aus gesundheitlichen Gründen gemacht, wie er erklärte. Da der Rücktritt innerhalb der angemessenen Frist geschah, durften die Gemeinderatsmitglieder den neuen Ortschef aus ihrer Mitte wählen.

Horngacher hat eine politische Blitzkarriere im Söller Gemeinderat hingelegt. Erst 2010 hatte er für die Liste von Eisenmann ein Mandat erobert und war danach sofort in den Gemeindevorstand eingezogen.

„Bei einer Wahl steht die Partei im Vordergrund, da gibt es verschiedene Kandidaten. Aber jetzt hoffe ich, dass wir wieder gut zusammenarbeiten“, meinte der 44-jährige Landwirt in Richtung Opposition. Immerhin seien in den vergangenen Jahren rund 99 Prozent der Beschlüsse einstimmig gefallen. „Wir gehören alle zusammen. Gemeinde, Tourismus, Wirtschaft, Landwirtschaft und Arbeiter. Wir müssen wie bisher miteinander an einem Strang ziehen. Gemessen werden wir an unserer Leistung und nicht am Streiten“, beschwor er den Teamgeist.

Wenn es der Gemeinderat schaffe, diese fünf Gruppen zusammenzuhalten und nicht zu streiten, „brauchen wir vor der Zukunft keine Angst zu haben“, prophezeite Horngacher in seiner Antrittsrede.

Als große Ziele sprach er den weiteren Ausbau des Gewerbeparks an. Außerdem den öffentlichen Nahverkehr, der intensiviert werden soll. Dafür liegen bereits Pläne vor. Die Gemeinden Itter und jene des Sölllands wollen einen interessanteren Takt auf einer Buslinie erreichen. Gespräche mit dem Land gebe es bereits. Aber wie sich in weiterer Folge der Sitzung zeigte, dürften noch einige Schwierigkeiten auszuräumen sein.

Horngacher wollte jedoch noch nicht über Zukunftsprojekte reden. „Zu viel sollte man nicht versprechen. Denn das, was man nicht einhalten kann, bekommt man dann gleich zu hören“, meinte er abschließend.

Horngacher hatte auch für den ausgeschiedenen Eisenmann ein dickes Lob parat. Dieser hatte es sich nicht nehmen lassen, bei der Neuwahl dabei zu sein und dazu die Seiten gewechselt: Er nahm auf einem Sessel für die Zuhörer Platz. Laut Horngacher wäre Eisenmann die 21 Jahre seiner Amtszeit ein Bürgermeister gewesen, der für jeden dagewesen sei. „Danke, dass du uns die Gemeinde Söll so übergibst, wie sie heute ist“, sagte Horngacher in Richtung Eisenmanns.




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